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Candinas will das Zweitwohnungsgesetz überprüfen

CVP-Nationalrat Martin Candinas hat eine Motion eingereicht. Inhalt dieser ist das Verlangen einer Überprüfung der geltenden Gesetzeslage in Sachen Zweitwohnungen.

Südostschweiz
Mittwoch, 15. Mai 2019, 04:30 Uhr Motion eingereicht
Martin Candinas Nationalrat Bundeshaus Bern
Will sich gegen die Abwanderung aus dem Berggebiet einsetzen: CVP Nationalrat Martin Candinas.
OLIVIA ITEM

Seit dem 1. Januar 2016 ist das Bundesgesetz über Zweitwohnungen in Kraft. Wie Candinas gegenüber Radio Südostschweiz sagt, sei aber nie über bestehende Bauten geredet worden: «Da müssen wir doch gewisse Möglichkeiten haben, diese umzubauen, zu erweitern, zu unterteilen in verschiedene Wohnungen und dann als Zweitwohnungen auf den Markt zu bringen». Genau das sei durch die Gesetzgebung aber verhindert worden.

Der Nationalrat fragt mit der Motion weiter: «… ob wir am Schluss nicht auch einen Erstwohnungsstopp in gewissen Gemeinden hätten? Denn: die jungen Leute kommen nicht mehr zu genug Geld um zu bauen, weil sie ihr Haus nur als Erstwohnsitz im Grundbuch eintragen und als solchen weiterverkaufen könnten.» Wenn man in einer Gemeinde mit mehr als 20 Prozent Zweitwohnungen bauen will, muss man sein Haus als Erstwohnsitz melden. Falls es aber zu einem Hausverkauf kommen würde, ist dieser Markt kleiner, als wenn man es auch als Zweitwohung anbieten dürfte.

Sinkende Einwohnerzahl trage grossen Anteil

«In Gemeinden mit abnehmenden Einwohnerzahlen ist dies eine grosse Einschränkung. Entsprechend reagieren auch die Banken und geben gar kein Geld mehr», führt Candinas weiter aus. Mit einer Gesetzesänderung könnte man also auch der Abwanderung aus den Randregionen Gegensteuer geben, betont der in Ilanz geborene Politiker überzeugt. Die Attraktivität des Standortes Graubünden werde dadurch eingeschränkt, weil Äpfel und Birnen in den gleichen Topf geworfen würden.

Anders gesagt, weil für ausgebaute Tourismusorte und abgelegene Bergdörfer die gleichen Regeln gelten: «Und ich glaube, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, dass man anfängt, dies differenziert anzuschauen, ohne dass man den damaligen Willen des Volkes nicht berücksichtigen würde».

Den politischen Prozess miteinbezogen, geht Martin Candinas davon aus, dass es noch mehrere Jahre dauern wird, bis allfällige Änderungen ins Gesetz einfliessen. (ham)

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