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Suter in Lake Louise Zweite - Ledecka mit Sensationssieg

Drei Stunden nach Marco Odermatt feiert auch Corinne Suter beinahe ihren ersten Sieg im Weltcup. Die Schwyzerin wird in der Abfahrt von Lake Louise einzig von der Tschechin Ester Ledecka geschlagen.

Agentur
sda
Freitag, 06. Dezember 2019, 23:16 Uhr Ski alpin
Corinne Suter musste sich in der ersten Saison-Abfahrt einzig der Tschechin Ester Ledecka um 0,35 Sekunden geschlagen geben
Corinne Suter musste sich in der ersten Saison-Abfahrt einzig der Tschechin Ester Ledecka um 0,35 Sekunden geschlagen geben
KEYSTONE/AP The Canadian Press/FRANK GUNN

Noch am Donnerstag hatte im Abschlusstraining strahlender Sonnenschein geherrscht. Doch in der Nacht auf Freitag erfolgte der Wetterumschwung. Es begann über der Strecke in den kanadischen Rocky Mountains starker Schneefall einzusetzen, der bis zu Rennbeginn anhielt. Schon früh verlegte die Jury den Start nach unten. Um die restlichen Streckenabschnitte inklusive der Sturzräume von den rund 15 cm Neuschnee zu räumen, verzögerte sich der geplante Rennstart um eine Stunde.

Trotz anhaltenden Schneefalls waren die Sichtverhältnisse im Rennen akzeptabel. Corinne Suter kam mit diesen schwierigen Bedingungen hervorragend zurecht. Die 25-jährige Schwyzerin befindet sich seit der WM in Are, wo sie zunächst Dritte im Super-G und dann gar Zweite in der Abfahrt geworden war, im Hoch. Nach den Titelkämpfen in Schweden erreichte sie auch im Weltcup endlich ihre ersten Top-3-Platzierungen - jeweils als Abfahrts-Dritte in Crans-Montana und beim Weltcup-Finale in Soldeu.

Suter: «Hätte für 2. Platz unterschrieben»

Nun knüpfte Suter gleich bei erster Gelegenheit wieder an die Top-Leistungen des vergangenen Winters an. Das sei für sie sehr wichtig, sagte die Innerschweizerin im TV-Interview, «denn die Erwartungen und der Druck von aussen wie von mir selber ist höher. Nun aber ist mir gleich die Bestätigung gelungen, dass ich auf dem richtigen Weg bin.» Dass die erst mit der Nummer 26 gestartete Tschechin Ester Ledecka um 0,35 Sekunden schneller war und sie deshalb ihren Premierensieg auf oberster Stufe verpasste, darüber mochte sich Suter nicht lange aufhalten: «Es ist ein gutes Resultat, für welches ich am Tag zuvor sicher unterschrieben hätte.»

Ihr zuvor bestes Resultat in Lake Louise gelang der ehemaligen Junioren-Abfahrtsweltmeisterin im Dezember 2016 mit dem 4. Rang. Vor allem den Steilhang und das folgende lange Flachstück bis ins Ziel erwischte sie besser als viele ihre Konkurrentinnen - mit Ausnahme von Ledecka. Die 24-jährige Tschechin liess ihrem Sensationssieg von Pyeongchang nun in Kanada den nicht minder überraschenden ersten Weltcupsieg folgen. Zuvor war Ledecka, die mit dem Snowboard die Konkurrenz seit Jahren dominiert und in Südkorea ebenfalls Olympiasiegerin geworden war, bei den Alpinen nie besser als Siebente gewesen.

Gut-Behrami zweitbeste Schweizerin

Hingegen waren es definitiv nicht die Bedingungen, die Michelle Gisin entgegenkamen. Die in ihrer Karriere schon mehrmals verletzte Engelbergerin, die zudem vergleichsweise wenig Rennerfahrung im Speed-Bereich hat, verlor am Tag nach ihrem 26. Geburtstag viel Zeit auf die Spitze. Mit 1,93 Sekunden Rückstand auf Siegerin Ledecka musste sich Gisin mit dem 19. Platz begnügen. Im Vorjahr hatte Gisin beide Abfahrten in Lake Louise in den Top 3 beendet.

Elf Hundertstel schneller als die Obwaldnerin war Lara Gut-Behrami. Die 28-jährige Tessinerin, die in den zwei Trainings viel Zeit eingebüsst hatte, klassierte sich im 15. Rang.

Am Samstag steht in Lake Louise eine weitere Abfahrt (Start 20.30 Uhr) auf dem Programm, am Sonntag der erste Super-G der Saison 2019/20.

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