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Leserbrief

Fall Quadroni

Georg genannt Jörg Schlegel, Zizers
03. Dezember 2019, 10:39:07

es ist erstaunlich, wie wenig selbstkritisch die Medien und die Politik gegenüber von Herrn Quadroni urteilen. (PUK Bericht hin oder her) Ein paar Fragen als Aussenstehender stehen im Raum: Darf ein Whistleblower sich mehr erlauben als ein Normalbürger? Wurden gegen Amtspersonen und seinen Familienangehörigen tatsächlich keine massiven Drohungen ausgesprochen, die ein Handeln der Polizei rechtsfertigten? (Über das Vorgehen und die Ausführungen kann diskutiert werden). Wieso liegt noch kein Urteil wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte vor? Wieso darf der Genannte immer noch keinen Kontakt zu seinen Kindern haben? Was, wenn Quadroni seine Drohungen (etwas wird wohl stimmen) wahr gemacht hätte und den Angehörigen etwas angetan hätte? Wären es nicht genau die gleichen Leute, die jetzt die Absetzung von Polizeikommandant Schlegel fordern? Für die Polizei ist es wahrlich nicht einfach, immer das Richtige zu tun.
Schlegel Jörg, Jg 52, Zizers

Zum Artikel: Bemerkung: Bitte Jahrgang erwähnen, da es noch einen zweiten Schlegel Jörg in Zizers gibt. Ich bin nicht mit Polizeikommandant Schlegel verwandt.

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Das Growdfunding für Herrn Quadroni brachte in kurzer Zeit 265000. Darüber sollten sich all die Verantwortlichen, die nicht reagiert und weggeschaut haben, mal Gedanken machen. Da herrscht ein grosser Unmut.
Ich hatte auch gespendet, und hätte auch ein weiteres Mal gespendet, wäre das Ziel von 100 000 nicht erreicht worden, und nicht in erster Linie aus Sympathie Für Herrn Quadroni – ich war mal in der gleichen Situation – sondern aus Verachtung Für die Beamten und Politiker, die behaupten von nichts gewusst zu haben.
Ich habe ein Vierteljahrhundert in Afrika gelebt und z.T. unter den übelsten Diktaturen. Wenn ich den Menschen da unser Milizsystem erklärte, dass der Präsident nur ein Jahr waltet, glaubte man mir nicht. Jeder Politiker da war der vollen Überzeugung, dass was gut für ihn und seine Sippe (Klientel) war, auch gut fürs ganze Volk war. Ich wusste damals nicht, wie viele Politiker in der Schweiz als Lobbyisten fungieren und ihren Lebensunterhalt v.a. mit Verwaltungsratsposten verdienen. Ich würde heute nicht mehr so enthusiastisch über unser Milizsystem reden. Es wäre höchste Zeit, dass die Einkünfte von ausserparlamentarischen Mandaten offengelegt werden, damit den Wählern klar ist, wo die Interessen liegen. Werden Lobbyistenpolitiker trotzdem gewählt, dann haben wir eben die Regierung, die wir verdienen.
Herrn Quadroni geht langsam aber sicher das Geld aus, das durch die Spenden für seine juristischen Verfahren gesammelt wurde. Der Normalbürger könnte sich das gar nicht leisten. Haben wir ein Zweiklassenrechtssystem?

Ein Whistleblower ist jemand, der die Öffentlichkeit auf etwas aufmerksam (meistens illegalen Machenschaften) macht. Da öffentlich Denunzierte - besonders wenn sie in der Hierarchie höher stehen oder mehr Macht besitzen - meist ungehalten reagieren, wenn sie "verpfiffen" werden, ist der Begriff Whistleblower zum Sinnbild für Zivilcourage geworden.
Unangenehme Folgen hatte z. B das Engagement des Schweizer Wachmanns Christoph Meili: Er rettete Hinweise auf die Guthaben von Holocaust-Opfern 1997 vor dem Reisswolf der Schweizer Bank UBS, und spielte diese der jüdischen Gemeinde zu. Wegen Anfeindungen in seiner Heimat sah sich Meili gezwungen, mit seiner Familie in die USA auszuwandern.
Um den Wikileaks-Gründer Julian Assange zum Schweigen zu bringen, wurde er in Schweden der Vergewaltigung bezichtigt. Damit hätte er in die USA ausgeliefert werden können. In den USA ist der Wikileaks-Gründer wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstösse gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt. Die Voruntersuchungen Assange in Schweden wurden vollumfänglich niedergelegt.
Die gleichen Intrigen erlebt jetzt der Bündner Quadroni. In seinem Leserbrief behauptet Herrn Jörg Schlegel, dass «etwas wird wohl stimmen» an den Vorwürfen die Herrn Quadroni vorgeworfen werden «PUK-Bericht hin oder her». Dieses Vorgehen und Denken sind äusserst perfid: Gerüchte verbreiten. Werden die Gerüchte später wiederlegt, dann zu hoffen, dass etwas hängen bleibt, um den Angeschuldigten auf ewig zu stigmatisieren!

Ja Whistleblower sind nötig und für die Allgemeinheit wichtig, müssen sich aber Bewusst sein, dass Sie als "Verräter" abgestempelt werden und mit Konsequenzen rechnen müssen, dazu braucht es sehr, sehr viel Mut und im Nachhinein ist meistens seine Existenz einem hohen Risiko ausgesetzt; unter anderem kommen schwere Zeiten auf Ihn zu, wie zBsp. : Konkurs, Verhaftung, Psychiatrie, Familienprobleme bis zur Trennung. Viele der heute bekannten Fälle sind nur dank ihnen zum Teil unter Lebensgefahr ans Licht gebracht worden. Auch wenn der Whistleblower im Nachhinein rehabilitiert wird, sein Leben gleicht dann meistens einem Scherbenhaufen!

Es ist erstaunlich, dass Sie anscheinend mehr Kompetenz und Durchblick haben wie eine PUK und zahlreiche andere involvierte Aussenstehende. Kann es sein, dass Sie auch zu dieser Kartell Mafia gehören? Anders kann ich mir Ihre Reaktion nicht erklären. Und seien wir mal ehrlich. Dass man bei diesem Psychoterror einer ganzen Region nicht die Jagdflinte aus dem Schrank nimmt zeugt von grosser Selbstkontrolle. In dem Tal müsste man mal mit dem gelben Wagen sammeln gehen. Ich werde auf jeden Fall nicht mehr ins Unterengadin in die Ferien gehen. Das ist mir zuwider.

Ihre verachtung gegenüber Adam Quadroni haben sie ja offengelegt. Eine gewisse Empathielosigkeit leider auch. Der PUK bericht legt mehr als Glasklar offen, dass hier mit einer Masslosigkeit und total unverhältnismässig gehandelt wurde. Ihre Sympathie gegenüber Ihrem Namensvetter (oder Verwandten?) in ehren, aber als Steuerzahler ist ein derartiges Vorgehen in aller Form abzulehnen.
Und mit "was wäre wenn" argumentieren Hilfslose. Fakt ist, was geschehen IST und nicht was sonst geschehen wäre.
Und was geschehen IST, ist gelinde gesagt eine abslolute willkürliche SAUEREI!

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