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Zu wenig und noch roh: Rekrut rügt Churer Kasernen-Essen

Zu kleine Portionen und rohes Pouletfleisch: Diese Punkte bemängelt ein Rekrut am Essen in der Kaserne Chur, wie das Onlineportal «20min.ch» berichtet. Armeesprecher Daniel Reist kündete daraufhin unangemeldete Kontrollen in der Küche an.

Südostschweiz
Dienstag, 04. August 2020, 14:47 Uhr Schlechte Stimmung in der Kaserne
Kaserne Chur Militär Truppenunterkunft Schweizer Armee Graubünden
Das Essen in der Churer Kaserne ist gemäss Aussagen eines Rekruten mangelhaft.
BERNHARD AEBERSOLD

Rohes Pouletfleisch als 1.-August-Festessen – ein Rekrut in der Kaserne Chur beklagte sich gegenüber dem Onlineportal «20min.ch» über mangelhafte Zustände in der Armeeküche. Neben den gesundheitlichen Risiken, die mit rohem Geflügelfleisch einhergingen, kriegten die Rekruten auch ständig zu wenig zu essen, so der Rekrut, der anonym bleiben möchte. Bei der grossen körperlichen Anstrengung, die die Rekruten täglich zu leisten hätten, würde eine normale Tellergrösse einfach nicht ausreichen, sagte er. Zum Nachschöpfen hätten die Rekruten kaum je die Möglichkeit, weil die Kochtöpfe nach dem ersten Mal Schöpfen leer seien.

Gegenüber «20min.ch» bestätigte Armeesprecher Daniel Reist, dass das Poulet auf dem Bild, das das Onlineportal veröffentlichte, nicht den Vorschriften entspreche. Die Bildung von Bakterien sowie Beschwerden im Magen-Darm-Bereich seien zu befürchten, so Reist. Diesbezüglich müsse das Küchenpersonal nachgeschult werden.

Fresspäckli als Ersatz für das Armee-Essen

Der betroffene Rekrut erhält nun zweimal pro Woche ein Fresspäckli von seiner Familie – wie viele seiner Kollegen auch, wie es im Artikel weiter heisst. Dazu hielt Reist gegenüber «20min.ch» aber fest, dass eine «vollständige und ausgewogene Ernährung in der Armee auch ohne Fresspäckli» möglich sei. Allerdings komme es zu Beginn der Rekrutenschule immer wieder vor, dass die Kaderpersonen einen falschen Standort für einen Zug oder eine Kompanie meldeten und so am einen Ort zu viele Portionen, am anderen Ort zu wenige vorhanden seien.

Die Probleme bezüglich Verpflegung sollen gemäss Reist mit dem Führungspersonal besprochen werden. Ebenso kündigte Reist vermehrte Kontrollen, auch unangekündigte, an. (sz)

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