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Jungvögel sind weniger hilflos als sie aussehen

Jungvögel sind weniger hilflos als sie aussehen

Junge Vögel, die sich ausserhalb des Nests aufhalten, obwohl sie noch nicht richtig fliegen können, benötigen meist keine Hilfe der Menschen. Darauf hat am Dienstag die Vogelwarte Sempach LU aufmerksam gemacht.

Agentur
sda
vor 3 Wochen in
Aus dem Leben

Viele Vögel sind derzeit am Brüten oder kümmern sich bereits um die geschlüpften Nestlinge. Bei einigen Vogelarten - so bei der Amsel oder beim Hausrotschwanz - verlassen die Jungvögel das Nest bereits bevor sie richtig fliegen können.

Wer ein auf dem Boden sitzendes Vögelchen finde, brauche sich in der Regel keine Sorge zu machen, teilte die Vogelwarte mit. Die Jungvögel seien für das Überleben ausserhalb des Nests gerüstet, und sie würden auch noch von ihren Eltern umsorgt und gefüttert.

In der Regel benötigen die jungen Vögel keine Hilfe der Menschen. Es wäre sogar falsch, die Tiere mitzunehmen, denn selbst die kompetentesten menschlichen Pflegeeltern seien in der Aufzucht nicht so geschickt wie die Vogeleltern, erklärte die Vogelwarte.

Bei akuter Gefahr eingreifen

Allerdings gibt es Situationen, in denen ein beherztes Eingreifen angezeigt ist, etwa wenn ein junger Vogel sich in akuter Gefahr befindet, weil er bei seinem ersten Ausflug auf einer Strasse, in der Nähe einer Katze oder an einem anderen ungeeigneten Ort gelandet ist. Dabei reicht es, den Vogel in ein nahes Gebüsch zu setzen.

Der kleine Vogel kann dann aus einer Distanz von mindestens 50 Meter beobachtet werden. Werde er binnen einer Stunde nicht von seinen Eltern mit Futter versorgt, solle eine Pflegestation informiert werden, teilte die Vogelwarte weiter mit.

Jungvögel, die noch kaum befiedert sind und ausserhalb des Nests aufgefunden werden, seien immer ein Fall für eine Pflegestation, teilte die Vogelwarte weiter mit. Sie seien hilflos und müssten gewärmt werden. Auf eine Aufzucht zu Hause sei zu verzichten, denn für eine solche brauche es Fachwissen und eine kantonale Bewilligung.

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