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Raiffeisen-Manager verdienen nicht mehr so viel wie früher

Raiffeisen-Manager verdienen nicht mehr so viel wie früher

Darben müssen die Führungskräfte von Raiffeisen Schweiz nicht. Doch die Vergütungen für die oberste Geschäftsleitung fallen nicht mehr so reichlich aus wie noch in früheren Jahren.

Agentur
sda
vor 3 Wochen in
Wirtschaft
Raiffeisen CEO Heinz Huber (links) und CFO Christian Poerschke verdienen nicht mehr ganz so viel wie ihre Vorgänger. (Archivbild)
Raiffeisen CEO Heinz Huber (links) und CFO Christian Poerschke verdienen nicht mehr ganz so viel wie ihre Vorgänger. (Archivbild)
KEYSTONE/WALTER BIERI

Raiffeisen-CEO Heinz Huber hat im Jahr 2020 eine Brutto-Gesamtvergütung von 1,475 Millionen Franken erhalten, wie dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht zu entnehmen ist. Davon 1,1 Millionen als Grundvergütung und 375'000 Franken als Bonus.

Hubers Entschädigung fällt zwar deutlich geringer aus als die 1,73 Millionen Franken vom Jahr 2019. Doch damals hatte er noch eine Ausgleichszahlung von knapp 300'000 Franken für einen entgangenen Bonus bei seiner früheren Arbeitgeberin enthalten. Per Saldo hat Huber damit gleich viel verdient.

Sein Institut hat in der Zeit den Gewinn von 835 Millionen auf 861 Millionen Franken gesteigert.

Gisel verdiente mehr

Aussagekräftiger ist der Vergleich mit Hubers Vorgänger Patrik Gisel, welcher der Genossenschaftsbank 2015 bis 2018 vorstand und dessen Lohn in der Zeit deutlich kletterte. 2015, als Gisel den CEO-Posten von Pierin Vincenz übernahm, erhielt er noch einen Gesamtlohn von 1,54 Millionen Franken.

Bis 2017 kletterte Gisels Lohn dann auf total gut 1,8 Millionen Franken. Für das Geschäftsjahr 2018 - Gisel hatte unter dem Druck der «Affäre Vincenz» im Sommer seinen Rücktritt per Ende Jahr bekanntgegeben - wies Raiffeisen Gisels Entschädigung nicht aus.

In Gisels Amtszeit fiel der Rekordgewinn von 917,1 Millionen Franken im Jahr 2017. Zu seinem Start als Raiffeisen-Chef wies die Bank in 2015 noch einen Überschuss von 808 Millionen aus. Die Kosten für die «Aufräumarbeiten» der Ära Vincenz drückten den Gewinn im 2018 allerdings bis auf 541 Millionen.

In Vincenz-Ära am höchsten

Noch etwa anders sah es beim langjährigen Chef Pierin Vincenz aus, der in den Jahren seiner CEO-Tätigkeit von 1999 bis 2015 aus der etwas verstaubt anmutenden «Bauernbank» mit seiner Expansionspolitik die Nummer drei der Schweizer Banken zimmerte. Offiziell erhielt Vincenz laut Geschäftsbericht in den Jahren 2008 bis 2014 jeweils rund 1,8 bis 1,9 Millionen.

Davor dürfte Vincenz noch mehr verdient haben, denn erst 2008 wurden die Bezüge des Raiffeisenchefs auf maximal zwei Millionen gedeckelt. 1,2 Millionen fix und 0,8 Millionen als maximaler Bonus. Für die Jahre 2007 und früher stellt die nicht börsenkotierte Gesellschaft keine Zahlen zur Verfügung.

Medienberichten zufolge dürfte Vincenz in seinen besten Jahren zwischen 3 und 4 Millionen Franken verdient haben. Zudem musste Vinzenz ab 2009 auch die Tantiemen aus seinen Verwaltungsratsmandaten an die Zentrale abliefern. Damit fielen weitere hohe Honorare weg.

VR-Präsident erhält mehr

Besser als früher schneidet dafür der Verwaltungsratspräsident ab. Der aktuelle Präsident Guy Lachappelle hat in den letzten beiden Jahren jeweils einen fixen Betrag von 750'000 Franken erhalten.

Sein Vorgänger Johannes Rüegg-Stürm (ab 2013) musste sich jeweils mit rund einer halben Million Franken begnügen. In den Jahren zuvor bewegte sich der Betrag für das Präsidium gar «nur» bei 200'000 bis 300'000 Franken jährlich.

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