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Wegen Corona: RhB fährt Millionenverlust ein

Wegen Corona: RhB fährt Millionenverlust ein

Die RhB hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Millionenverlust eingefahren. Dank der Unterstützung von Bund und Kanton hält sich der finanzielle Schaden aber in Grenzen.

Südostschweiz
vor 3 Wochen in
Wirtschaft
Rhätische Bahn RhB Capricorn Triebzug Bahnhof Landuqart
Ein Capricorn-Triebzug der RhB. 2020 fuhr das Unternehmen einen grossen Verlust ein.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Das Geschäftsjahr 2020 war auch bei der Rhätischen Bahn (RhB) stark geprägt von der Coronapandemie. Dies geht aus einer Medienmitteilung des Unternehmens hervor. Infolge massiv tieferer Betriebserträge und trotz frühzeitig eingeleiteter Sparmassnahmen, resultiert für 2020 ein konsolidierter Gesamtverlust von 6,9 Millionen Schweizer Franken, wie die Verantwortlichen schreiben. Zum Vergleich: Im Vorjahr konnte die RhB noch einen stolzen Gewinn von 7,1 Millionen Franken aufweisen.

Verlust ohne Hilfsgelder: fast 20 Millionen Franken

Ohne die Covid-19-Finanzhilfen von Bund und Kanton für den regionalen Personenverkehr und den Autoverlad hätte der Verlust im vergangenen Geschäftsjahr 19,9 Millionen Franken betragen, heisst es. Nur in den Sparten Güterverkehr und Infrastruktur seien die finanziellen Ziele erreicht worden. Hohe Verluste der Tochtergesellschaften Glacier Express AG und Panoramic Gourmet AG hätten in der Sparte Nebengeschäft zu einem hohen negativen Ergebnis geführt.

Knappere Öffnungszeiten und Kurzarbeit

Wie die RhB schreibt, leitete sie diverse Sparmassnahmen ein. Als Reaktion auf die tiefen Frequenzen während des Shutdowns vom Frühling 2020 seien weniger Züge verkehrt, teilweise sogar ohne Zugpersonal. Die Öffnungszeiten an den Bahnhöfen seien ausserdem verkürzt worden. Auf Empfehlung des Bundesamts für Verkehr meldete die RhB im April Kurzarbeit von bis zu 20 Prozent an, wie es weiter heisst. Von Mai bis Ende Jahr sei bei den Mitarbeitenden ein angeordneter konsequenter Abbau von Ferien, Mehrarbeits- und Überzeit erfolgt.

Investitionen in der Krise

Wie die RhB weiter mitteilt, blieb das Investitionsvolumen mit 415,4 Millionen Franken hoch. Das Bahnunternehmen hat sogar mehr investiert als im Vorjahr (339,4 Millionen). Im Verkehr und Nebengeschäft lagen die Investitionen bei 211,9 Millionen Franken (Vorjahr 83,8 Millionen), hauptsächlich wegen der laufenden Beschaffung der 56 Capricorn-Triebzüge.

Abgeltungsvereinbarungen mit Bund und Kanton

Auf Basis der Leistungsvereinbarungen erhielt die RhB von der öffentlichen Hand Abgeltungen für ungedeckte Betriebskosten und Abschreibungen von insgesamt 192,9 Millionen Franken. Davon entfielen 91,2 Millionen auf die Finanzierung des Personenverkehrs, 6,9 Millionen auf den Güterverkehr, 1,8 Millionen auf den Autoverlad Vereina und 92,9 Millionen auf die Infrastruktur (Betrieb und Abschreibungen). Darin enthalten sind auch Covid-19-Finanzhilfen à-fonds-perdu von 11,4 Millionen Franken für den Personenverkehr und 1,6 Millionen Franken für den Autoverlad.

Unterstützung weiterhin sicher

Die Entwicklung bleibe aufgrund der Coronapandemie nach wie vor unsicher. Eine zuverlässige Einschätzung der finanziellen Auswirkungen auf das Geschäftsjahr 2021 sei aktuell nicht möglich. Die RhB könne jedoch weiterhin auf die Unterstützung des Kantons Graubünden und des Bundes zählen, so das Unternehmen. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der RhB seien zuversichtlich, dass sich der langfristige Wachstumstrend in den nächsten Jahren, fortsetzen werde. (mas)

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