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Naomi Osaka bewegt Veranstalter zum Unterbruch

An den WTA- und ATP-Turnieren in New York wird erst am Freitag wieder gespielt, und zwar nur mit den Halbfinals.

Agentur
sda
Donnerstag, 27. August 2020, 20:50 Uhr Tennis
Naomi Osaka schliesst sich der Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA an
Naomi Osaka schliesst sich der Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA an
KEYSTONE/EPA/JASON SZENES

Somit werden die ursprünglich wegen des US Open schon am Freitag angesetzt gewesenen Endspiele erst am Samstag ausgetragen.

Die Veranstalter sprachen sich in der Nacht zum Donnerstag für eine Pause aus, nachdem die Japanerin Naomi Osaka ihren Halbfinal gegen Elise Mertens boykottiert hatte.

Osaka, die gemäss Medienberichten vom Donnerstagabend nach langwierigen Gesprächen mit der WTA und der USTA aber deren Bitte nachgegeben hat und nun ihre Halbfinal-Partie doch spielen wird, verzichtete am Mittwoch aus Protest gegen den Rassismus in den USA auf ihren Einsatz.

«Noch bevor ich eine Athletin bin, bin ich eine schwarze Frau. Und als eine schwarze Frau habe ich das Gefühl, dass es wichtigere Themen gibt, die sofortige Aufmerksamkeit brauchen, anstatt mich Tennis spielen zu sehen», schrieb die 22-Jährige, die in Florida lebt, in einer über die sozialen Medien verbreiteten Stellungnahme. «Ich erwarte nicht, dass etwas Drastisches mit mir passiert, wenn ich nicht spiele. Aber wenn ich ein Gespräch starten kann in einem mehrheitlich weissen Sport, betrachte ich das als Schritt in die richtige Richtung.»

Osaka ist damit Teil einer Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt, die in dieser Intensität vom NBA-Team der Milwaukee Bucks angeschoben worden war. Der Titelkandidat in der stärksten Basketball-Liga der Welt boykottierte das Playoff-Duell mit den Orlando Magic und provozierte damit die Absage aller für den Mittwoch geplanten Playoff-Begegnungen in der NBA. Teams in der WNBA, MLS und MLB schlossen sich dem Boykott ebenfalls an.

«Der Tennissport bezieht im Kollektiv Stellung gegen Rassenungleichheit und soziale Ungerechtigkeit, die in den USA erneut in den Vordergrund gerückt sind», schrieben die Organisatoren des wegen der Corona-Einschränkungen von Cincinnati nach New York verlegten Turniers.

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