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Roveredo ohne grosse Piazza

Roveredo ohne grosse Piazza

Für ihr Projekt eines neuen Dorfkerns in Roveredo wird die Gemeindebehörde in einem offenen Brief kritisiert. Nun nimmt der Vorstand Stellung – und bleibt bei seinem «No» für eine grosse Piazza.

vor 3 Jahren in
Politik
Roveredo
In Roveredo ist gerade nicht gut Wetter.
ANNALISA DE VECCHI

Die Verhandlungen mit dem Immobilienunternehmen Alfred Müller AG sollen sofort eingestellt werden. Dies verlangen rund 50 Einwohner von Roveredo. Mit der gleichen Forderung wurde am vergangenen Montag auch eine Petition lanciert.

Streitpunkt ist die Gestaltung des neuen Dorfzentrums. Unter anderem wird eine grosse Piazza gefordert. Die Gemeinde will ihr bereits lanciertes Projekt aber nicht stoppen und verweist auf verschiedene bindende Abkommen. «Der Bund hat den Bau des Tunnels San Fedele, die Abrissarbeiten der alten Autobahn sowie einen Beitrag an die Gemeinde von 2,4 Millionen Franken unter der Bedingung gewährleistet, dass das Dorfzentrum wie vorgeschlagen gebaut wird», heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme der Gemeinde zu einem offenen Brief der Kritiker.

Die Diskussion rund um die Gestaltung des Dorfzentrums von Roveredo ohne Autobahn ist nicht neu. Bereits vor 20 Jahren wurde erstmals darüber diskutiert.

Bund, Kanton, kommunale Behörden und Spezialisten haben die Details des Projekts Anfang 2000 besprochen und 2012 ein Memorandum of Understanding unterschrieben. Gemäss diesem muss das Projekt im Zentrum von Roveredo den Bau von neuen Strassenzugängen, ein Dorfzentrum mit bebaubaren Flächen und eine Tiefgarage gewährleisten.

Die Verstädterung des Dorfkerns ist auch eine Vorgabe der Revision des neuen Raumplanungsgesetzes, das die Zersiedlung bremsen will.

Nur eine Variante

Die Gegner stören sich jedoch auch am Vorgehen der Gemeinde. Diese habe der Bevölkerung nur ein Projekt vorgestellt, dadurch hätte keine demokratische Diskussion stattfinden können, schrieb Gionata Pieracci, Koordinator der Petition, in dem besagten öffentlichen Brief. Zudem sei die Kommunikation seitens der Gemeinde ungenügend und nicht transparent gewesen.

In ihrer Stellungnahme verteidigt sich die Gemeinde und sagt, dass die Bevölkerung mehrmals in die Diskussion rund um das Dorfzentrum involviert gewesen sei. Zudem habe die Gemeinde im Januar eine konsultative Abstimmung durchgeführt, auch wenn sie dazu nicht verpflichtet gewesen sei. «Das zeigt die Offenheit, Wertschätzung und die Transparenz gegenüber der Bevölkerung», schreibt die Gemeinde.

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