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Vaterschaftsurlaub spaltet die Meinungen

Vaterschaftsurlaub spaltet die Meinungen

Die Initiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» ist am vergangenen Donnerstag zustande gekommen. Die Meinungen von zwei Bündner Po-litikern gehen jedoch auseinander.

vor 3 Jahren in
Politik
CVP-Nationalrat Martin Candinas und SVP-Grossrat Jan Koch teilen nicht die gleiche Meinung.

Rund 107‘000 Personen haben die Initiative für einen 20-tägigen bezahlten Urlaub für frischgebackene Väter unterschrieben. Die Initiative wurde im März 2016 lanciert, viele Unterschriften sind seither zusammen gekommen. Nicht aber jene von zwei Bündner Politikern, nämlich von SVP-Grossrat Jan Koch und von CVP-Nationalrat Martin Candinas. Die Gründe sind aber verschieden.

Zwei anstatt vier Wochen

Letztes Jahr hatte der Bündner Nationalrat eine parlamentarische Initiative lanciert, in der er einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub vorschlug. «Zwei Wochen ist ein guter Kompromiss, ist auch eine vernünftige Lösung, eine finanzierbare Lösung, der mit guten Gewissen unterstützt werden kann», begründete er auf Anfrage von TV Südostschweiz. Die Initiative wurde im letzten Jahr allerdings abgelehnt. «Ich habe die Initiative ‚Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub‘ nicht unterschrieben und habe diese nicht unterstützt», so Candinas weiter. Vier Wochen Vaterschaftsurlaub seien für ihn zu viel.

Finanzierung noch offen

Auch SVP-Grossrat Jan Koch hat die Initiative für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub nicht unterschrieben. Die Argumente unterscheiden sich aber von jenen von Candinas. Für ihn bleibt die Finanzierungsfrage im Zentrum. «Wie regeln wir das? Ich denke, es braucht nicht den Staat dazu», so Koch. Gemäss Berechnungen des Bundesrates würden sich die Kosten für die vier Wochen auf rund 400 Millionen Franken jährlich belaufen. Zur Finanzierung müssten Arbeitgeber und Arbeitnehmer je 0,06 Lohnprozente mehr einzahlen.

Beziehung zwischen Vater und Kind

Hinter der Initiative steht der Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt». Die Initianten begründen, dass nach der Geburt ein Neugeborenes seinen Vater kennenlernen solle. SVP-Grossrat Koch zweifelt jedoch daran, dass ein vierwöchigen Vaterschaftsurlaub für die spätere Bindung zu einem Kind einen Einfluss hat.

 

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