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Das goldene Zeitalter für Babyboomer

Das goldene Zeitalter für Babyboomer

Die AHV werden wir auf Kosten der jungen Generation sanieren, weil wir Alten nicht bereit sind, endlich länger zu arbeiten, bei den Pensionskassen finanzieren uns die Jungen schon lange die Renten, weil wir Alten nicht bereit sind, das Wegbrechen der Zinsen auf unseren Pensionskassenguthaben selber zu tragen und auch beim Klima sollen das nun die Jungen richten. Der vielgeschmähte Ex-US-Präsident Trump ist wenigstens aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten, wir sind politisch korrekt dabei, setzen es einfach nicht um. So geht das. Es ist eine gute Zeit, um alt zu sein oder zu werden. Weniger rosig sieht die Zukunft der Jungen aus, aber bis die das merken, sind sie auch schon älter…

Christian Stricker, 59 Jahre, aus Davos Dorf.

Christian Stricker
14. Juni 2021, 08:48:08
Leserbrief
Ort:
Davos
Zum Artikel:
Kommentar «Die Schweiz wie Trump», Ausgabe vom 14. Juni

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Herr Stricker, ein Kind kostet einem Elternpaar bis zu seinem 20. Lebensjahr rund 800 000 Franken, dies inklusive indirekte Kosten der unbezahlten Familienarbeit. Für eine Einzelperson mit Kind sind es fast 1.2 Millionen Franken, und wenn das Kind studiert, sind die Kosten beträchtlich höher. Abgesehen davon sind Kinder, Enkel, Urenkel Pflichterben und haben - egal wie gut oder schlecht das Verhältnis mit dem Erblasser – einen Erbanspruch. Das ist ein Teil des Generationenvertrags, den viele als gegeben betrachten und selten erwähnt wird.
Es wäre nur logisch, dass man mit zunehmender Lebenserwartung auch länger arbeitet. Aber wer stellt ältere Menschen an und v.a., wenn sie mal arbeitslos sind? Ausserdem müssen wir damit rechnen, dass mit dem exponentiellen Fortschritt in der Entwicklung von künstlichen Intelligenzen und Robotik zusehends mehr Menschen nur noch teilweise oder überhaupt nicht einer bezahlten Arbeit nachgehen werden. Die Frage des bedingungslosen Grundeinkommens wird sich bald zusätzlich stellen und die Frage ist, wie wir das alles bezahlen werden. Die Lösung wäre eine Mikrosteuer auf allen elektronischen Banktransaktionen, aber die müsste Europaweit wenn nicht weltweit eingeführt werden.

Lieber Herr Stricker, ja, die Jüngeren sind die Dummen (Sprichwort: Den Letzten beissen die Hunde); oder wie es eine ältere Dame vor Jahren in einem Leserbrief in der SO schrieb, sie sei froh, heute nicht mehr jung zu sein; oder gemäss Buch "Die Erben des Übels", das ich (als Betroffener) vor fast 40 Jahren las und das heute aktueller denn je sein dürfte: https://www.amazon.de/die-erben-%C3%BCbels-kranke-umwelt/dp/B00E0VK2BC
13.6.2021 Trinkwasser, Pestizide und CO2 gegen die Umwelt entschieden; Mikroplastik ubiquitär https://www.20min.ch/story/wir-essen-pro-woche-eine-kreditkarte-4409215… ; LED und 5G unentrinnbar; über allem die Doomsday Clock USAggressor; und Tendenz der Kriminalisierung der Klimabewegung (sogar VOR dem Ja am 13.6.2021 zum PMT https://www.humanrights.ch/de/ipf/initiativen-parlament/bundesgesetze-z… ):
Klima-Aktivisten:
https://www.blick.ch/politik/vertrauen-nach-polizeieinsatz-bei-klimaakt…
https://act.campax.org/petitions/pmt-nein?utm_source=campax&utm_medium=…
https://climatestrike.ch/de/posts/house-searches
https://www.bger.ch/files/live/sites/bger/files/pdf/de/6b_1295_2020_202…
https://www.blick.ch/schweiz/bern/klima-camp-bei-eclepens-vd-zwei-aktiv…
1) Betreffend Ihre Schlussfolgerung, dass Alte länger arbeiten müssten, finde ich: nein, im Gegenteil. Wir exponential-wirtschaften (Schneeballsystem) uns (den Planeten) zu Tode; das heisst, nicht noch-mehr-arbeiten (um die Mega-Giga-Tera-Reichen noch Reicher zu machen) ist die Rettung, sondern Systemwechsel (wobei die Volksinitiative https://mikrosteuer.ch/ zwar besser als der Status quo ist, aber auch sie ist noch kein Systemwechsel).
2) Dass die Jüngeren "erst wenn sie älter werden" merken, in welches Desaster sie driften: Nun, sie dürften es zunehmend immer früher merken, oder wie es ein deutscher Kabarettist formulierte: Man sagt, "Nach mir die Sintflut", inzwischen wäre ich schon froh, wenn sie nicht vor mir kommt".
3) Aber egal, wann die Jungen es "merken", sie sind bereits geboren. Siehe meine Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2021-01-03/zum-jahreswechsel-0
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2021-03-01/probleme-der-erde-…
Das heisst, auch diese Entscheidung lag nicht in ihren Händen, oder wie es ein Arzt (als Sterbehilfe-Gegner) formulierte: "Weil Sie Ihre Geburt nicht bestimmen durften, dürfen Sie auch Ihren Tod nicht bestimmen" (was ich eine hanebüchene Aussage finde).

Die Schweizer machen doch sehr viel gegen den Klimawandel und dazu brauchen wir keine Gesetz - der Weg war einfach falsch.
Beim Sparen ist es doch auch so, dass man nicht alles über AHV und Pensionskassen regeln kann. Man muss auch dazu noch Selbstverantwortung übernehmen.

Die Schweizer werden - wenn wir den heutigen Weg weitergehen - die Pariser Klimaziele klar verfehlen. Nein, wir machen nicht mal genug, um die schwachen Pariser Klimaziele zu erreichen. Beim Thema Selbstverantwortung stimme ich zu, aber genau das machen wir in der zweiten Säule nicht: Wir Alten lassen uns die Renten von den Jungen (mit-)finanzieren.

Wann hört die Aufhetzerei von alt gegen jung und umgekehrt endlich einmal auf!
Auch dies spaltet die Gesellschaft, nicht nur Covid19. Zudem ist es nur eine halbe Wahrheit, wenn man von "Finanzierung" der jungen von den alten spricht. Es ist auch umgekehrt. Die Rentengelder verschwinden nicht so einfach, wie es suggeriert wird. Nein, die Rentner geben dieses Geld (im Gegensatz zu den Reichen und Superreichen die es bunkern) ja wieder aus.
Wo es wieder Löhne, Gewinne, Ersparnisse und auch Sozialabgaben erzeugt. Geldkreislauf eben, und nicht Geldsackgasse.

Zudem wird sowieso übertrieben schwarz gemalt, vor allem was die AHV betrifft, welche Banken und Versicherungen sowieso ein Dorn im Auge ist, weil sie an ihr nichts verdienen.

Sehr lesenswert dieser Beitrag:

Der Kampf der privaten Kapitalanleger gegen die AHV

https://www.infosperber.ch/politik/schweiz/der-konfliktreiche-weg-zu-de…

Auch beim BVG wird wegen fehlenden Zinsen laut geklagt. Was ist denn mit dem Geld aus den Hochzinsjahren geschehen, wurde es von den Versicherern einverleibt?

Und warum macht man nicht einmal eine vernünftige, gerechtere Revision?
Besonders benachteiligt sind heute Alleinstehende und Personen mit früher Aufnahme der Erwerbstätigkeit. Und das betrifft nicht nur Frauen!
Bei Alleinstehenden behält die Pensionskasse entweder das ganze oder die Reste des Alterssparguthabens, wenn Versicherte vor Bezug versterben:

Singles «schenken» ihren Pensionskassen oft viel Geld

https://prosingleschweiz.ch/media/art_sozialversicherungen/2014-02-nzz-…

Pech auch, wenn man früh begonnen hat zu arbeiten. Es entstehen dann bei der AHV so genannte "Jugendjahre" Bedeutet, man darf zwar AHV Beiträge und auch Steuern einzahlen, die Jugendjahre werden aber bei der späteren AHV nicht mit eingerechnet. Man kann Jugendjahre nur zur Deckung von Beitragslücken verwenden:

https://www.ahv-iv.ch/de/Sozialversicherungen/Glossar/term/jugendjahre#….

Die Fakten aufzuzeigen ist keine Hetze, sie zu verschweigen wäre falsch.  Natürlich wird das Geld, das von den Jungen auf die Alten umverteilt wird, von diesen ausgegeben. Aber eigentlich würden es wohl lieber die Jungen ausgeben, denen es eigentlich zusteht. Und was ist mit den Zinsen auf unseren Pensionkassenguthaben passiert, als es noch Zinsen gab, fragen Sie weiter.  Diese Zinsen wurden für die Berechnung von Renten verwendet, deren Höhe seit Jahren viel zu hoch war und ist und die - einmal festgelegt - nicht mehr den realen Bedingungen angepasst werden. Hier liegt ja gerade der Hauptgrund für die Umverteilung! 

@Stricker
Es war schon immer so, dass die Alters Renten von nachfolgenden Generationen "finanziert" wurden. Die Babybommer haben also nach Ihrer Logik die Renten der Veteranen finanziert. Und es waren genau diese Veteranen, die von zu hohen Renten profitieren konnten.
Und nun wollen Sie die Babyboomer doppelt bestrafen, waren zwar gut genug um die für Sie zu hohen Veteranen Renten zu zahlen, aber nun zum Dank dafür noch länger arbeiten?
Aus rein ökonomischer Sicht ist länger arbeiten sowieso kein Grund, das sollte doch nach den Milliarden an Corona Hilfsgelderen jedem klar sein, dass nicht Geld das Problem ist. Es wird nur suggeriert.
Und was ist passiert mit den Renten verstorbener Rentner, wird das in den Himmel oder die Hölle noch nachgeschickt?

Wir haben wieder mal bewiesen, dass wir in Volk von Rosinenpicker sind, die nicht bereit sind ihren Beitrag zu leisten. Ich fürchte, unser Milizsystem und direkte Demokratie wird zusehends zur reinen Folklore. Zu viele Politiker haben sich zu reinen Lobbyisten degradiert und das Volk lässt sich gerne und leicht von Desinformationskampagnen verführen.
Dass Bergkantone gegen die CO2-Initiative stimmten, ist total unverständlich. Aber wenn die Umweltkatastrophen zunehmen, macht man einfach die hohle Hand. Irgendwann wird sich die Schweiz dies vielleicht nicht mehr leisten können.

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