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Churer Schüler gehen auch 2020 auf Maiensässfahrt

Churer Schüler gehen auch 2020 auf Maiensässfahrt

Vor fünf Wochen stürzte ein Teenager auf dem Heimweg der Churer Maiensässfahrt ab und starb. Nun informiert die Stadt Chur über den aktuellen Stand der Erkenntnisse und über die Zukunft der Maiensässfahrt.

vor 2 Jahren in
Ereignisse
Der Churer Stadtrat informiert über den Stand der Untersuchungen rund um das Unglück an der Churer Maiensässfahrt.
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Der 23. Mai 2019 war ein trauriger Tag für die Menschen der Stadt Chur. An der traditionellen Maiensässfahrt stürzte auf dem Heimweg ein Schüler ab und starb. Trauer, Anteilnahme aber auch viele Fragen erfüllten Tage lang die Stadt. Selbst die Grundsatzfrage «Findet in Zukunft überhaupt noch eine Maiensässfahrt statt?» schwirrte umher. Die Antwort darauf haben die drei Churer Stadträte Urs Marti, Patrick Degiacomi und Tom Leibundgut an einer Medienkonferenz am Freitagmorgen gegeben – und sie konnte eigentlich nur «Ja, die Maiensässfahrt findet weiterhin statt» lauten.

Allerdings werden die Vorzeichen ab nächstem Jahr ganz andere sein und entsprechend werden in den kommenden Wochen und Monaten genaue Analysen vorgenommen und schliesslich Massnahmen definiert, wie der Anlass 2020 aussehen wird. «Wir haben unsere internen Abläufe in den letzten Wochen überprüft. Wir sind der Meinung, diese sind à jour», sagt Urs Marti. «Wir werden eine Risikoüberprüfung durch externe Experten durchführen lassen», erklärt er weiter. Derzeit läuft das Auswahlverfahren der möglichen Firmen, die die Untersuchung durchführen werden. «Wir wollen Lehrern, Eltern und Kindern nächstes Jahr sagen können: Wir haben alles unternommen, um die Sicherheit zu gewährleisten.»

Dabei gehe es etwa um die Kommunikation und Information, oder darum, ob genügend Begleitpersonen auf der Maiensässfahrt dabei seien. «Wir wollen eine Drittsicht erhalten», so Marti. Es gehe dabei nicht um die Frage, ob Fehler passiert sind, sondern darum, ob die Abläufe stimmen. «Es ist aber auch nicht von der Hand zu weisen, dass es nie eine absolut hundertprozentige Sicherheit geben wird, dass nichts passiert», so der Stadtpräsident, «diese gäbe es nur, wenn man die Maiensässfahrt nicht mehr durchführt.»

Kommunikationsfehler wegen Missverständis

Der Stadtrat korrigierte an der Medienkonferenz ausserdem Aussagen, die direkt im Anschluss an den 23. Mai gemacht wurden. Patrick Degiacomi sagte dazu: «Wir haben funktioniert. Aber eine Frage stellte sich schon sehr schnell nach dem Ereignis: ‹Wie konnte es sein, dass die Eltern so spät informiert wurden?› Hierzu gab es in der Kommunikation ein Missverständnis.» Die Hoheit über die Kommunikation lag an dem Tag bei der Kantonspolizei. In der Absprache zwischen Polizei und Stadt gab es das Missverständnis, dass Stadtrat Degiacomi davon ausging, dass die Eltern noch nicht informiert waren, weil man sie noch nicht erreicht hatte. «Das schien mir damals die logische Annahme auf Grund dessen, was man mir gesagt hatte», so Degiacomi.

Tatsächlich habe die Kantonspolizei gar noch nicht versucht gehabt die Eltern zu erreichen, weil sie zunächst absolut zweifelsfrei die Identität des verunglückten Jungen feststellen musste. «Wir durften von unserer Seite keinen Kontakt mit den Eltern aufnehmen», betont Degiacomi. Schliesslich seien es die Eltern selbst gewesen, die die Lehrerin kontaktiert hätten. Dieser Anruf sei dann direkt an die Kantonspolizei übergeben worden. In der Folge seien die Eltern schliesslich durch die Polizei über das Unglück informiert worden.

«Ich möchte mich aber an dieser Stelle auch für die unzähligen Meldungen der Anteilnahme bedanken, die uns in den vergangenen Wochen erreicht haben», sagt Degiacomi.

Was nach wie vor aussteht, ist der Bericht der Staatsanwaltschaft zum Unfallhergang. Dazu könne er von Seiten der Stadt zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen machen, weil man keine Informationen vorliegen habe. «Wir hätten sehr gerne noch vor den Sommerferien genauer informiert», erklärt Stadtpräsident Urs Marti, «wir bedauern, dass wir das nicht tun können und dass wir die Frage, wie es zu diesem Unglück kommen konnte, noch nicht beantworten können.»

Die Chronologie des Unglückstages und das Interview mit Stadtpräsident Urs Marti lest Ihr morgen in der Zeitung «Südostschweiz».

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