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Reformierte und Katholiken setzen starkes Zeichen des Miteinanders

Reformierte und Katholiken setzen starkes Zeichen des Miteinanders

Im Anschluss an die jeweiligen Gottesdienste der reformierten und der katholischen Kirchgemeinde gibt es am Sonntag, 6. Juni, einen ganz besonderen Anlass, der seit der Reformation in Davos wohl einmalig sein dürfte.

Davoser
Zeitung
vor 3 Monaten in
Aus dem Leben
Pfarrerin Astrid Fiehland, Dekan Pfarrer Kurt Susak (beide im Bild), Sozialdiakonin Kathrin Bechtiger und Vikar Pius Betschart sowie Vertreter der beiden Kirchgemeindevorstände und Räte freuen sich auf viele Mit- feiernde an einem ganz besonderen Fronleichnamssonntag in Davos.
zvg

Die neuesten Lockerungsschritte des BAG kommen dem Vorhaben zur rechten Zeit entgegen: Neu können im Freien bis zu 300 Gläubige mit Mundschutz Gottesdienst feiern.

Feier am Seehofseeli

Gegen 11 Uhr wird am Seehofseeli in Fürbitte, einer Blumenteppichaktion und einem Segensgebet unter dem Motto des 3. Ökumenischen Kirchentags in Deutschland «Schaut hin» – ein schönes ökumenisches Zeichen des Miteinanders - gesetzt. Anstelle eines Apéros werden zum Schluss frischgebackene Brote an alle verteilt.

Davos Dorf setzt Zeichen

Da um die Marienkirche zurzeit Bauarbeiten stattfinden, wird der Festgottesdienst zu Fronleichnam dieses Jahr um 9.30 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche im Dorf ohne grosse Prozession stattfinden. Um 10 Uhr feiert die reformierte Kirchgemeinde Dorf/Laret in St. Theodul ihren Gottesdienst. Warum also nicht anschliessend ein Zeichen des Miteinanders setzen? So entstand im Team der katholischen Pfarrei die Idee einer abschliessenden gemeinsamen Feier und Begegnung. Diese wurde vom Kirchgemeindevorstand der reformierten Kirchgemeinde Davos Dorf/Laret gerne aufgenommen. Denn das Miteinander zwischen Reformierten und ­Katholiken war in der Geschichte – und ist es vereinzelt bis heute leider immer noch – keineswegs selbstverständlich.

Segen statt «Gülle»

Fronleichnam wird immer mit festlichen Prozessionen gefeiert. Das «Allerheiligste» – der nach katholischem Verständnis in der konsekrierten Hostie realpräsente eucharistische Christus – wird dabei in einem wertvollen Schaugefäss, der «Monstranz», mitgeführt. So entstanden in Gegenden, in denen sowohl Katholiken als auch Protestanten wohnten, wie zum Beispiel in Davos Wiesen und Schmitten, immer wieder Auseinandersetzungen: Evangelische Bauern düngten aus Protest ihre Felder an Fronleichnam. Katholiken rächten sich dafür am Karfreitag, der traditionell für die Protestanten der höchste Feiertag ist.

Verpflichtung zum Miteinander

Nach dem 2. Vatikanischen Konzil (1962 – 65) gab es vielerorts eine erfreuliche Annäherung von Katholiken und Protestanten. Seitdem bleibt es eine unbedingte Verpflichtung, die ökumenische Gemeinschaft untereinander zu vertiefen und wechselseitige Vorurteile und schädliche Konkurrenz zu überwinden. Nur so können die Kirchen in Wort und Tat glaubwürdig das Evangelium verkündigen. In Davos setzt sich seit vielen Jahren die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AKiD) dafür ein. (e)

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