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Fahrende von Corona ausgebremst

Fahrende von Corona ausgebremst

Für rund vier Wochen machen in Chur Fahrende halt – wegen Corona allerdings in anderer Form als geplant.

Tobias
Soraperra
vor 2 Monaten in
Aus dem Leben
Zwischenstation: Zahlreiche Fahrende haben ihre Wohnwagen derzeit in Chur West abgestellt.
PHILIPP BAER

Auffallend viele Wohnwagen stehen derzeit bei der Autobahnausfahrt Chur Süd vor dem Somedia-Medienhaus. Sie gehören den Fahrenden der Genossenschaft Zigeuner-Kultur-Zentrum, die derzeit in der Kantonshauptstadt halt machen. Die Genossenschaft setzt sich für die Lebensweise der Fahrenden und die Anerkennung der Sinti und Roma und Jenischen in der Schweiz ein. Neben der Pflege des traditionellen Handwerks wie Scherenschleifen, Stuhlflechten, Korben oder Schirmflicken werden dafür in der ganzen Schweiz Kulturtage mit Verpflegung, Musik und zahlreichen Besucherinnen und Besuchern veranstaltet.

Solche Kulturtage sollten eigentlich auch in Chur über die Bühne gehen. Doch Corona machte diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Deshalb gestalte sich der Aufenthalt in Chur für die Genossenschaft etwas anders als ursprünglich geplant. «Es ist alles abgesagt worden», fasst Alfredo Werro, Präsident der Genossenschaft, die Situation gegenüber Radio Südostschweiz zusammen.

Botschaft an die Bevölkerung

Dass die Kulturtage nicht wie geplant durchgeführt werden können, trübt die Stimmung ein wenig. Trotzdem fühlen sich die Fahrenden in Chur wohl. «Wir sind wunderbar begrüsst worden», sagt Werro. Auch Genossenschaftsmitglied Narzissa Birchler bedauert die Absage der Zigeunerkulturtage. Dennoch möchte die Genossenschaft den Aufenthalt in Chur nutzen, um der Bevölkerung ihr Handwerk zu präsentieren. Wichtig ist Birchler dabei, dass Vorurteile abgebaut werden. «Jeder kann zu einem Kaffee vorbei kommen. Wir sind für alle offen.»

Kein Unterschied zu Sesshaften

Gegründet war die Genossenschaft Zigeuner-Kultur-Zentrum im Jahr 1985 worden – und zwar vom Onkel und der Tante des heutigen Präsidenten Alfredo Werro.

Einen speziellen Reiz darin, ein Fahrender zu sein, sieht Werro nicht. «Das Schöne ist, dass man als Fahrender geboren wird.» Dennoch gehe auch ein Fahrender seinem ganz gewöhnlichen Alltag nach. Der einzige Unterschied sei, dass sich ein Fahrender öfters unter freiem Himmel befinde.

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Auch ich bin glücklicher Wohnwagen Besitzer.
Mein Alt-Werden mit 77 Jahren auf dem Buckel entwickelt sich mit unserem Wohnwagen zu einem spannenden Abenteuer und dennoch mit hoher Lebensqualität! Mein neues Leben so zu sagen gibt mir das Gefühl ein ewig junger Mensch zu sein, wohl mit weniger Körperkraft, dafür aber mit viel Lebenserfahrungen sowie mit meinem „Schwyzerörgeli“; sprich Ziehharmonika für manche fröhliche Stunden welche ich nun in das Camperleben einbringen darf. Mein Wohnwagen; mein Jungbrunnen…
Eigentlich fast unglaublich was so ein Wohnwagen in der Ausstattung alles zu bieten hat:
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-Ausstellfenster, alle mit Mücken und Verdunkelungsrollos
-Panoramadach mit Verdunkelungsrollo
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Ich geniesse das Zigeunerleben in vollen Zügen...