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Griechenland und Luxemburg

Griechenland und Luxemburg

Griechenland heisst für viele Sandstrand, Wärme, Olivenöl. Griechen-Bäume heisst ein Flur in Gelterkinden BL.

Südostschweiz
vor 4 Wochen in
Aus dem Leben

von Thomas Spälti

Griechenland heisst für viele Sandstrand, Wärme, Olivenöl. Griechen-Bäume heisst ein Flur in Gelterkinden BL. Hier handelt es sich aber nicht um Olivenbäume, sondern um eine Pflaumenart, die «Kriechen-Pflaume», «Haferpflaume», «prunus insititia», die dort gedeiht.
Schwedenstein heisst es im Grenzgebiet Bettingen BS. Dort sollen sich während des 30-jährigen Krieges Schweden aufgehalten haben.

Die Schwedenschanze in Breitenbach SO wurde gebaut, nachdem schwedische Truppen, ebenfalls während des 30-jährigen Krieges, das Dorf bereits zweimal überfallen hatten. Auf den Schanzen, zwei aufgeworfene kleine Erdhügel links und rechts der ehemaligen Strasse nach Basel, wurden vermutlich Kanonen aufgestellt. 

In Masein GR schlugen Napoleons Truppen ihr Lager auf. Gleichzeitig mit Napoleons Truppen befanden sich auch die Russen um Suworow 1798/99 in der Schweiz. Im Kanton Glarus haben wir zwei Russen-Namen, Russenmuur in Glarus und Russenfriedhof im Klöntal, die diesen zugeschrieben werden (was bei der Russenmuur nicht stimmt. Diese ist eine Lesesteinmauer, eine Mauer, die durch das Auflesen der Steine von der Wiese entstanden ist).

Auch der Russengraben in Andermatt soll zur Franzosenzeit den Russen gedient haben. Die weiteren Russen-Namen in der Schweiz beziehen sich aber meistens auf Runse «(starke) Strömung eines Wasserlaufs»; «Ort, an dem das Wasser rauscht». Oder aber wie vermutlich beim Ennendaner Chlii Russigen auf russige, verrauchte oder verbrannte Stellen.

Im Taminatal heisst ein Flur «Ukraine». Während der Anbauschlacht im Zweiten Weltkrieg erinnerten die vielen neuen Äcker die Einheimischen an die Kornkammer Europas. Bei Luxemburg in Uzwil SG ist man nicht sicher, ob eine Verbindung zu Luxemburg besteht oder das Wort von mittelhochdeutsch «lütze» – «lützel» in der Bedeutung «klein», «gering» – kommt, und somit «kleine Burg» bedeuten würde. Hier wird auch klar, warum die kleinere Insel bei Rapperswil im Zürichsee Lützelau heisst und der kleine, wunderbar gelegene Badesee bei Hombrechtikon Lützelsee genannt wird. Lützel-Namen gibt es rund 150 in der Schweiz, alle mit der gleichen Bedeutung.

*Auszug aus dem Buch «Güggelhansen-Gaden», das im Buchhandel erhältlich ist.

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