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Eine Kolumne über Themen, über die alle anderen eine schreiben würden

Eine Kolumne über Themen, über die alle anderen eine schreiben würden

Heute gibt es eine Kolumne, über die Ideen, die diese Woche ihren Weg an meine zentrale Sammelstelle gefunden haben.

Südostschweiz
vor 3 Wochen in
Aus dem Leben

Wenn nicht gerade irgendwer irgendwas anstellt, das mich spontan auf eine geniale Kolumnenidee bringt oder ich eine göttliche Eingebung habe, frage ich immer meine Freunde und Familie, ob sie ein schlaues Kolumnenthema für mich haben. Heute gibt es deshalb einmal eine Kolumne, über die Ideen, die diese Woche ihren Weg an meine zentrale Sammelstelle gefunden haben.

Angefangen mit meinen Mitbewohnern. Die sehe ich immerhin momentan gefühlt 24/7 und wenn ich sie schon nicht mehr loswerde, können sie ja wenigstens für was gut sein. Die mir von ihnen angebotene Ideenpalette war zwar sehr divers und grösstenteils ziemlich unbrauchbar, dafür unterhaltend. Angefangen mit einer leidenschaftlichen Verfechtung für Cannabis-Legalisierung. Ich durfte mir dazu einen gefühlt zweistündigen Vortrag inklusive beweisendem Bildmaterial zu den Wirkungen von THC anhören. Falls sich jemand für dieses Thema interessiert, kann ich für gesellschaftspolitische und wissenschaftliche Debatten einen Telegram-Kanal einrichten. Das ist schliesslich das neue Medium für allen Sinn und Blödsinn, der sich gerade so in den Köpfen der Menschen herumtreibt. Telefonnummer, Namen und Tinderprofile meiner Mitbewohner kann ich aus Datenschutzgründen leider nicht herausgeben.

Damit ihr – und vor allem meine Eltern, die diesen Text lesen – nicht das Gefühl bekommen, dass die leckeren Brownies, die ich zu Ostern gebacken habe, gewisse «Spezialzutaten» enthielten, mache ich an dieser Stelle besser weiter mit der Idee meines zweiten Mitbewohners. Man könnte es als Schleichwerbung bezeichnen, aber nach meinem Mitbewohner 2.0 soll es in dieser Kolumne um das Kartenspiel Crew gehen. Ein Teamspiel, bei dem man zusammenspielt, aber nicht kommunizieren darf und das sehr ähnlich ist wie Schafkopf. Da man Schafkopf aber nur kennt, wenn man aus Bayern kommt, gehe ich nicht davon aus, dass das irgendwem als Beschreibung was bringt. Tat es mir mal zumindest nicht. Auf jeden Fall ist es ein lustiges Spiel, bei dem ich immer alles falsch mache, trotzdem immer Kapitänin (aka Chefin vom Dienst) bin und das meinen Mitbewohner 3.0 so angefixt hat, dass wir es während dem Frühstück, dem Mittag- und Abendessen immer spielen müssen.

Auch wenn Männer mehr strube Kolumnenideen haben und es sich deshalb anbieten würde, einfach mit meinem Mitbewohner 3.0 weiterzufahren, möchte ich an dieser Stelle gerne noch ein bisschen Diversität und Weiblichkeit reinbringen. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass mein dritter Mitbewohner im Moment gerade mit Gamen beschäftigt ist.

Auf jeden Fall hat der weibliche Teil meiner Stichprobe ein Thema vorgeschlagen, das ich inzwischen versuche, so weit wie möglich zu vermeiden – Trommelwirbel: Corona. Ich hatte schon so viele Teststäbchen in meinem Rachen und habe gefühlt keine Gehirnzellen mehr, da mir schon so oft von komplett eingepackten und maskierten Menschen in der Nase rumgebohrt wurde, dass ich alles, was mit dem C-Wort zusammenhängt, vorzugsweise ausblende.

Aber da ich es schon ziemlich süss fand, wie Frau 1.0 mir in einer mehrminütigen Sprachnachricht erzählte, dass sie sich erst gerade neulich sorgfältig schminkte und sich schick anzog, um mit ihrem Freund in ein Möbelhaus zu gehen, habe ich mir ihren Themenvorschlag schon kurz überlegt. Nämlich darüber zu schreiben, dass man gerade während Corona verzweifelt versucht, die kleinsten und normalsten Dinge im Leben zu geniessen. Statt Candle Light Dinner im Restaurant gönnt man sich mal eben das schönste Outfit fürs Möbelhaus.

So weit überzeugt, dass ich darüber eine gesamte Kolumne schreiben wollte, hat mich diese Woche trotz hohem Unterhaltungsfaktor beim Ideensammeln keiner dieser Vorschläge. Aber keine Sorge, bis zur nächsten Kolumne wird sich mein Thementopf sicher wieder füllen.

*Lexi ist das Pseudonym einer 20-jährigen Molliserin, die einen Internet-Blog in Jugendsprache führt.

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