×

Vier Jahre Verspätung und 140 Millionen Mehrkosten

2022, nach aktuellem Plan, wird das Gemeinschaftskraftwerk Inn im Unterengadin Strom produzieren. Vorgesehen war einst 2018. Durch die Verzögerung gehen nicht nur Millionen-Einnahmen flöten, das Projekt verschlingt auch massiv mehr, bis es fertig wird.

Südostschweiz
Donnerstag, 11. Juli 2019, 16:00 Uhr Gemeinschaftskraftwerk Inn

Im August 2015 hatte die Tunnelvortriebsmaschine Magliadrun im Unterengadin ihre Arbeit begonnen. Bis 2017 sollte sich die Maschine rund 13 Kilometer durch den Berg bohren und den Druckstollen für das Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) graben. 460 Millionen Euro waren insgesamt für den Bau des Kraftwerks ursprünglich budgetiert. Jetzt, mit rund zwei Jahren Verspätung, hat Magliadrun ihre Arbeit abgeschlossen. Geologische Schwierigkeiten und der Wechsel des Baukonsortiums mitten in den Arbeiten hatten den Bau immer wieder verzögert - und verteuert, wie CEO Michael Roth im Interview mit RSO-Reporterin Tanja Egli erklärt.

Bei geschätzten 600 Millionen Euro sei man in der Schätzung bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme des Kraftwerks inzwischen angekommen, so Roth. Und auch zeitlich ist man noch nicht über den Berg. So wird die Demontage der Tunnelvortriebsmaschine mehr Zeit in Anspruch nehmen als vorgesehen. «Wir haben mit der Demontage noch nicht begonnen. Zuerst müssen wir einen Zugangsstollen bauen. Eigentlich hätte der jetzt bereits fertig sein sollen. Weil wir aber Steinschlagprobleme bei der Baustelle in Ovella haben, müssen wir dort zuerst den Fels sichern», erklärt Roth.

Wegen dieses Felssturzes, sind nun zusätzliche, umfangreiche Sicherungsarbeiten notwendig:

Wegen der Verzögerungen am Bau hat sich entsprechend auch die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Kraftwerks immer wieder nach hinten verschoben. Ursprünglich hätte das GKI ab 2018 Strom für rund 100'000 Haushalte produzieren sollen. Inzwischen geht man von einem Produktionsbeginn im Jahr 2022 aus, wie Roth bestätigt. «Neben den Zusatzkosten schmerzt vor allem auch, dass wir erst viel später Strom produzieren können. Dadurch generieren wir entsprechend auch sehr viel später als geplant Einnahmen.» (ofi)

Kommentar schreiben

Kommentar senden