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Testlauf in der Saison zwischen den Grossanlässen

Ein Jahr nach der WM in den USA ist ein Jahr vor den Titelkämpfen in China. Für die Schweizer Skicrosser bietet die am Freitag beginnende Weltcup-Saison ohne Grossanlass Platz für Experimente.

Agentur
sda
Donnerstag, 05. Dezember 2019, 14:03 Uhr Skicross
So sehen Sieger aus: Die Schweizer Skicrosser wollen an die erfolgreiche letzte Saison anknüpfen
So sehen Sieger aus: Die Schweizer Skicrosser wollen an die erfolgreiche letzte Saison anknüpfen
KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Im Fussball existiert dieses geflügelte Wort: «Never change a winning team.» Der Satz geht auf den Briten Sir Alfred «Alf» Ramsey zurück, der England als Trainer 1966 zum bislang einzigen Weltmeistertitel geführt hat. So stimmig dieser Satz vor 53 Jahren gewesen ist, so überholt klingt er 2019. Kontinuität ist zwar nach wie vor wichtig, das Setzen neuer Reize durch Änderungen hat allerdings massiv aufgeholt. Dies gilt für die Fussballer ebenso wie für die Skicrosser.

Die letzte Saison des Schweizer Skicross-Teams um Cheftrainer Ralph Pfäffli war sehr gut. Die Schweiz siegte in der Nationenwertung, stellte mit Fanny Smith die WM-Zweite und Siegerin der Disziplinenwertung und in Sixtine Cousin den Rookie des Jahres. Trotz des erfolgreichen Modells der Vorsaison entschieden sich Pfäffli und sein Team gegen den Stillstand und für leichte Anpassungen, weil eine Saison ohne WM oder Olympische Spiele dies anbietet.

Die offensichtlichste Neuerung in der Vorbereitung war der Standortwechsel: Nach einem ersten Block in der Heimat in Saas-Fee zog es den Schweizer Skicross-Tross nach Schweden statt wie bis anhin in das österreichische Pitztal. Zur geografischen Neuausrichtung kam eine Modifikation des Trainingsschwerpunkts, mit Riesenslalom-Trainings wurde im Norden vor allem an den technischen Fähigkeiten gefeilt.

«Schweden war der richtige Entscheid», sagte Pfäffli wenige Tage vor dem Saisonstart, selbst wenn der Chef beim Aufenthalt in Idre Fjäll Verbesserungspotenzial ausgemacht hat. Das «Cross-Training» kam dem 52-Jährigen etwas zu knapp. Die Weltcup-Saison, die am 17. Dezember im Rahmen der Cross Alps Tour für ein Nachtrennen in Arosa ein erstes Mal die Schweiz erreicht, wird zeigen, welchen Einfluss die geringere Rennsimulation auf das sportliche Abschneiden der Schweizer Equipe hat.

Auch wenn das Schweizer Team in der Vorbereitung auf den Saisonstart im französischen Val Thorens neue Wege ging, Pfäffli und seine Athleten verfolgen im Weltcup höchste Ziele. Der Trainer spricht von «so vielen Podestplätzen wie möglich» als Ziel und der Verteidigung des Nationen-Titels. Speziell motivieren muss er seine Athleten nicht: Sich auf der Piste zu messen «ist das, was sie am liebsten machen», sagt Pfäffli. Und sie taten dies in der vergangenen Saison besser als alle anderen Nationen.

Erst ganz zum Schluss, beim Saisonfinale in Veysonnaz, erhielt die zuvor makellose Bilanz von Swiss-Ski eine kleine Delle. Keine Schweizer schafften es beim Heim-Weltcup auf das Podest. Ausgezeichnet wurden sie dennoch: Als bestes Team, als beste Einzelathletin und als beste Newcomerin.

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