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Alles spricht gegen Alligator – und das ist gut so

Alligator Malans steht in der Playoff-Halbfinalserie gegen GC mit dem Rücken zur Wand. Zeit für eine ungewöhnliche Motivationsspritze.

Patrick
Kuoni
Freitag, 12. April 2019, 04:30 Uhr Unihockey
Unihockeymatch Playoff Halbfinal Alligator Malans Unihockey
Dieses Bild wollen wir am Samstag in der Sporthalle Hardau nicht sehen.
OLIVIA ITEM

Enttäuschte Mienen und Fassungslosigkeit prägen das Bild auf Malanser Seite am Samstagabend in der Sporthalle Hardau in Zürich. Soeben hat Alligator im fünften Playoff-Spiel gegen die Grasshoppers zum vierten Mal den Kürzeren gezogen und ist somit aus dem Rennen um den Meistertitel ausgeschieden.

Noch ist diese Szenerie rein fiktiv. Und doch sprechen viele Gründe gegen die Alligatoren und für das Eintreffen dieser Szenarios:

  • GC ist die effizientere Mannschaft: Zieht man die Schussstatistik in dieser Serie zu Rate, so ergibt sich in den ersten vier Partien ein ausgeglichenes Bild. Zwei Mal hatten die Zürcher mehr Schüsse zu verzeichnen, zwei Mal die Malanser. Trotzdem führen die Zürcher in der Serie mit 3:1.
  • Das Startdrittel gehört meist GC: Nur einmal konnte Alligator ein Startdrittel gewinnen. Nämlich in Spiel 2, als auch die Partie klar und deutlich mit 7:3 an die Alligatoren ging. Dabei war es meist nicht so, dass Malans im Startdrittel klar unterlegen war. Aber die Zürcher waren stets das produktivere Team. Gleich elf Mal traf Zürich im ersten Abschnitt, Malans nur sieben Mal.
  • Herausragende Skorer bei GC: Claudio Laely und Joel Rüegger vereinen bei GC bereits 15 Punkte auf sich. Die besten Skorer bei Alligator (Oscar Eriksson-Elfsberg und Remo Buchli) nur gerade neun.
  • Zu viele Strafen: Die Malanser waren bisher deutlich undisziplinierter als GC. Während die Zürcher bereits 13 Überzahlgelegenheiten zu verbuchen hatten, konnte Malans nur fünf Mal im Powerplay agieren.
  • Pech: Die Alligatoren rafften sich häufig nach dem Rückstand im Startdrittel auf. So auch im letzten Spiel. Doch just als sich die Malanser gefangen hatten, produzierten Christoph Camenisch und Jonas Wittwer in Co-Produktion ein unglückliches Eigentor.
  • Statistik: In dieser Saison lautet die Bilanz gegen GC inzwischen 1:6.
  • Momentum: Das erste Break ausgerechnet im Fernsehspiel ist für Malans schwierig zu verkraften. Umso mehr, da auch GC nicht das beste Spiel abrief.
  • Ausgeglichenheit der Linien: GC und Malans haben beide viele gute Spieler. Zumindest in der dritten Formation sind die Zürcher aber noch immer etwas stärker besetzt.

Wer als Alligator-Fan bis hierhin gelesen hat, der wird sich wohl nun entweder grausam über diese einseitige Auflistung ärgern, oder aber er sagt sich: Jetzt erst Recht. Und genau dies sollte sich Malans zu Herzen nehmen. Denn anders als diese Aufzählung suggerieren will, ist Malans gegen GC keineswegs chancenlos und die Alligatoren sind unter Druck – und erst Recht wenn sie herausgefordert werden – am besten. 

Und so lebt aus Bündner Sicht die Hoffnung und der Glauben daran, dass die eingangs beschriebene Szenerie zwar in der Sporthalle Hardau stattfindet, aber auf der Seite der Mannen in blauweiss und erst nach Spiel 7.

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