×

Piranha Chur erspielt sich zwei Matchbälle

Nachdem das zweite Spiel für Piranha Chur alles andere rosig verlief, wussten die Churerinnen, dass sie sich mit einer allfälligen Niederlage im Heimspiel in eine denkbar schwierige Situation für das Auswärtsspiel vom 12. April manövrieren würde. Das trat nicht ein und Piranha ging mit einem 9:4 Sieg vom Platz.

Südostschweiz
Sonntag, 07. April 2019, 13:14 Uhr Unihockey
Unihockey Piranha - Skorpion Emmental Zollbrück
489 Fans sahen den Sieg gegen Skorpion Zollbrück.
Staff - Fotopower.ch

Von Piranha Chur

Von Beginn weg schlugen die beiden Teams einen hohen Rhythmus an. Das Spielgeschehen wog hin und her, die Bündnerinnen hatten dabei jedoch mehr Ballbesitz. Immer wieder gab es auf beiden Seiten Torchancen, manchmal aufgrund von technischen Fehlern in der Defensive, manchmal dank schönen Kombinationen. Das Skore eröffnen konnte Chiara Rensch. Ihre Linie konnte sich in der Offensivzone installieren, Alessandra Schneller spielte dabei Rensch an, welche ihr Team von der linken Bande aus wunderschön mit einem Knaller in Führung brachte. Dass das erste Tor wegweisend sein kann, zeigte sich in den ersten beiden Spielen dieser Serie und somit durfte sich Piranha über das 1:0 speziell freuen. Noch besser kam es für die Bündnerinnen nur zwei Minuten später. Die wieselflinke Margrit Scheidegger wurde von Géraldine Rossier in der Mittelzone angespielt, entfloh der Bernischen Verteidigung und schlenzte den Ball zum 2:0 ins weite Eck. Wer nun dachte, die Churerinnen steuern einem ungefährdeten Sieg entgegen, sah sich jedoch getäuscht. Fünf Minuten später leistete sich Churs Abwehr einen Aussetzer. Flavia Kuratli von den Skorps nahm die Einladung an und verkürzte auf 2:1. Die Geschichte des Startdrittels ist somit aber noch lange nicht erzählt. Zuerst hatten die Bündnerinnen die passende Antwort auf den ersten Gegentreffer bereit: Mari Aanerud und Luana Rensch wirbelten im Slot der Gegnerinnen und blieben hartnäckig, bis Rensch das 3:1 erzielen konnte. Keine drei Minuten später mussten die Churerinnen die erste Strafe des Spiels hinnehmen. Wie die Churerinnen zuvor hatten auch die Skorps die passende Antwort bereit. Mit einem halbhohen Weitschuss brachte Lisa Liechti ihr Team zurück ins Spiel und erzielte den 3:2 Anschlusstreffer. Piranha schwächte sich kurz vor der Pause selbst indem sie sich eine weitere 2-Minuten-Strafe einbrachte. Diese Strafe wurde jedoch schadlos überstanden.

 

Im zweiten Drittel dauerte es einige Minuten länger, bis sich der Torreigen fortsetzte. In der 27. Minute – Piranha war notabene zum dritten Mal an diesem Abend in Unterzahl – entwischte wiederum die an diesem Tag auffallend aktive Scheidegger und legte für Flurina Marti auf, die in bester Stürmer-Manier das 4:2 für die Bündnerinnen erzielen konnte. Doch das Muster des Spiels blieb bestehen, keine drei Minuten später kämpften sich die Bernerinnen zurück und erzielten durch Lara Kipf per Volleyschuss wiederum den Anschlusstreffer. Langsam stellte sich die Frage, ob sich Chur irgendwann von ihren Widersacherinnen distanzieren konnten. Zumindest vermochten auch sie wieder auf den Gegentreffer zu reagieren. Nachdem sich die erste Piranha-Linie in der Offensive festgesetzt hatte, legte Marti für Seraina Ulber auf, welche mit viel Zug aufs Tor und einem Drehschuss erfolgreich war. Die logische Konsequenz nach diesem Tor wäre dann wieder der Anschlusstreffer der Gäste gewesen. Dieses Mal jedoch kam es anders: die Churerinnen kombinierten sich wunderschön vors gegnerische Tor, wo Ulber ins weitgehend leere Tor einschieben konnte. Marti und schliesslich Corin Rüttimann spielten Ulber dabei wie aus dem Bilderbuch frei. Mit dem drei-Tore-Vorsprung gingen die Bündnerinnen mit mehr oder weniger beruhigten Nerven in den zweiten Pausentee.

Bernerinnen ohne Kraft mehr

Im dritten Drittel war zusehends zu erkennen, dass den Gästen aus Bern die Kräfte langsam ausgingen und Piranha begann ebenfalls, etwas Tempo rauszunehmen. Dass dies gefährlich ist, bewies sich einmal mehr. Es schlichen sich vermehrt Fehler in die Defensive und in die Auslösung im Spiel der Heimmanschaft. Obwohl man sich im Klaren darüber war, dass man das zweite Spiel vor einer Woche aus genau diesem Grund, nämlich zu vielen Eigenfehlern, verloren hatte, lief der amtierende Meister für einige Minuten Gefahr, in dasselbe Muster zu fallen. In der 50. Minute nutzten die Skorps durch Kuratli einen dieser Eigenfehler aus und schöpften dadurch nochmals Hoffnung. Die Coaches der Churerinnen sahen sich gezwungen, Einfluss zu nehmen und nahmen ihr Timeout. Sie rüttelten ihr Team wach und bündelten ihre Kräfte, spielten fortan nur noch mit zwei Blöcken. Diese Handlung des Staffs zeigte ihre Wirkung deutlich, übernahm der Favorit aus Chur doch wieder das Spieldiktat. In der 56. Minuten spielte Marti einen öffnenden Pass aus der Defensivzone heraus und lancierte Ulber. Diese legte auf für Nicole Capatt, welche eiskalt und backhand das 7:4 erzielte. Dieser Treffer enschied die Partie definitiv für die Bündnerinnen, die Skorps vermochten danach nicht mehr zu reagieren. Die Hausherrinnen zeigten sich jedoch weiterhin in Spiellaune und erzielten noch zwei weitere Treffer. Zuerst entwischen die beiden Verteidigerinnen Marti und Rensch. Letztere hämmerte den Ball aus vollem Lauf in die Maschen. Den Schlusspunkt setzte Ulber, welche nach einem Doppelpass mit Rüttimann ihren persönlichen Hattrick komplett machte. Piranha Chur setzt sich nach einem sehr spannenden und aktionsreichen Spiel mit 9:4 durch und erspielt sich so zwei Matchbälle für den Einzug in den Superfinal vom 27. April. Wenn die Churerinnen die Eigenfehler weiter zu minimieren vermögen und weiterhin mit so viel Engagement und Teamspirit agieren, dürfen sie sich berechtige Chancen ausrechnen, den Sack bereits nächste Woche im Auswärtsspiel zuzumachen. Es ist jedoch weiterhin 100% Fokus gefragt, zeigen sich die Skorps doch wie erwartet als sehr hartnäckiger und unangenehmer Widersacher.

Kommentar schreiben

Kommentar senden