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Mord an Journalistin auf Malta: Enthüllungsplan als mögliches Motiv

Im Fall der ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia hat ein Gericht in Malta die Freilassung eines verdächtigen Unternehmers am Dienstag zum bereits vierten Mal abgelehnt. Das Gericht begründete seine Entscheidung, Yorgen Fenech nicht gegen Kaution aus der Untersuchungshaft zu entlassen, mit Fluchtgefahr. Demnach könnte seine Freilassung auch die Ermittlungen gefährden, in denen es auch um geplante Enthüllungen geht.

Agentur
sda
Dienstag, 01. September 2020, 21:08 Uhr Valletta
ARCHIV - Kerzen und Blumen stehen in Valletta vor einem Foto der ermordeten maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia. Foto: Lena Klimkeit/dpa
ARCHIV - Kerzen und Blumen stehen in Valletta vor einem Foto der ermordeten maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia. Foto: Lena Klimkeit/dpa
Keystone/dpa/Lena Klimkeit

Die regierungskritische Bloggerin Caruana Galizia hatte über Korruption beim Bau eines Gaskraftwerks recherchiert, an dem Fenech beteiligt war. Im Oktober 2017 wurde die Journalistin mit einer Autobombe getötet. Fenech wird verdächtigt, den Auftragsmord als Mittäter bestellt zu haben. Er war im November 2019 festgenommen worden, als er Malta mit einer Jacht verlassen wollte.

Fenech bestreitet die Vorwürfe der Mordanklage und behauptet, sein langjähriger Freund Keith Schembri, der dem Ex-Premierminister Joseph Muscat in Valletta als Stabschef diente, stehe hinter dem Attentat. Am Montag sagte ein Polizeiinspektor vor einem Gericht aus, dass Fenech, Muscat und Schembri dem Vernehmen nach «wie Brüder» gewesen seien. Die Polizei vermute, dass Caruana Galizia «wegen etwas ermordet wurde, was sie enthüllen wollte», sagte er.

Drei Männer werden beschuldigt, die Autobombe präpariert zu haben. Das Vorverfahren gegen Fenech wird am 6. Oktober fortgesetzt.

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