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Davos äussert Kritik am Lohnreport

Das Online-Newsportal «blick.ch» veröffentlichte kürzlich einen Lohnreport, aus dem hervorgehen sollte, wie viel Schweizer Gemeindepräsidenten pro Jahr verdienen. Nachgefragt wurde gemäss «Blick» bei allen Städten und Gemeinden mit mehr als 10’000 Einwohnern. Auffallend: von einigen Schweizer Gemeinden gab es keine Angaben. Darunter auch Davos.

Benjamin
Repolusk
Freitag, 07. August 2020, 09:39 Uhr Nach «Blick»-Umfrage
Rathaus Davos
Davos ist nicht einverstanden mit der Vorgehensweise der «Blick»-Lohnumfrage.
PHILIPP BAER / PHILIPP BAER

Die Stadt Davos kritisiert die Vorgehensweise des Onlineportals «blick.ch», das für ihren Lohnreport Schweizer Städte und Gemeinden zu den Salären ihrer jeweiligen Gemeindepräsidenten befragte. Zu viele wichtige Faktoren seien nicht berücksichtigt worden, erklärt Michael Straub, Gemeindeschreiber von Davos. So sollte die Erhebung für das Onlineportal über eine einfache Eingabemaske erfolgen. Detailliertere Faktoren wie Stellenprozente, eventuelle Haupt- oder Nebenberuflichkeit, sowie der gesamte personelle Umfang der jeweiligen Stadtregierung hätten bei der Befragung keine Rolle gespielt, so Straub weiter.

Gegen eine Teilnahme gesträubt habe sich der Gemeindeschreiber aber erst, nachdem er sich mit dem Aufbau des Erhebungssystems auseinandersetzte. «Der Grund (für die Nichtteilnahme) ist einfach: Die Eingabemaske sowie die Art der Fragestellung erschien uns nicht statistisch und sachlich genug, als dass wir die Umfrage hätten weiter ausfüllen wollen», so Straub.

Veranschaulichendes Beispiel

Laut Straub bedeutete dies konkret, dass es nur den absoluten Lohn des Gemeindepräsidenten in die Eingabemaske einzutragen galt. «Stellenprozente des Gemeindepräsidenten sowie die gesamten Stellenprozente der Stadtregierung sind nicht berücksichtigt worden», präzisiert der studierte Ökonom Straub und veranschaulicht seine Kritik anhand eines Beispiels:

Die Regierung der Stadt X setzt sich aus insgesamt fünf Personen zusammen. Vier dieser Personen arbeiten in einem Pensum von 20 Prozent. Die fünfte Person, der Stadtpräsident, arbeitet in einem Pensum von 100 Prozent.

Die Regierung der Stadt Y setzt sich ebenfalls aus fünf Personen zusammen. Vier dieser Personen arbeiten in einem Pensum von 30 Prozent. Die fünfte Person, der Stadtpräsident, arbeitet in einem Pensum von 60 Prozent.

Der Umfang der Stellenprozente, der zum Regieren der Stadt aufgewendet wird, ist in beiden Beispielen derselbe. Nur: Im oberen Beispiel arbeitet der Stadtchef «mehr» und werde auch dementsprechend entlohnt. Das Onlineportal «blick.ch» habe diese Werte nicht berücksichtigt, was gemäss Straub zu Verzerrungen führen würde. «Wir helfen grundsätzlich gerne mit», sagt Straub, «doch diese Umfrage ist uns zu wenig seriös gewesen.»

Auch Davos ist transparent

Nach der Klärung der oben abgehandelten Punkte zeigte sich Gemeindeschreiber Straub aber auskunftsbereit. Exakt 199’537 Franken Grundlohn verdient der Stadtpräsident, der in Davos als Landammann bezeichnet wird. Laut dem betreffenden Gesetzestext wird er «gemäss Gehaltsklasse 26 Maximum der kantonalen Personalverordnung» entlohnt. Hinzu kommen eine jährliche Zulage von 7‘200 Franken und Pauschalspesen über 14'000 Franken. Der Landammann führt sein Amt dabei in Vollzeit aus. 

Auch Urs Marti legte sein Gehalt offen. Die Summe seines Gehalts kam nicht überall gut an. Wir haben mit ihm darüber gesprochen:

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