×

Masüger beisst sich selber.

Masüger beisst sich selber.

Lieber Herr Masüger
wer also nicht Ihrer Meinung ist, der «schreibt krud daher und hat das Politsystem der Schweiz nicht begriffen» (Zitat). Nach dieser krassen Abkanzelung der Juso-Präsidentin, entbehrt Ihr Schreiben nicht einer gewissen Komik.
Entrüsten Sie sich doch und beklagen ein paar Zeilen weiter die Diskussionskultur,
die bei der KOVI-Diskussion plötzlich eingesetzt hat, «Hüben wie Drüben» geben Sie zu bedenken. Tja, und Ihre Diskussionskultur?! Läse mein 8-jähriges Kind Ihren Kommentar, würde es wohl rufen: «Spiegel».

Robert Cavegn
30. November 2020, 22:36:08
Leserbrief
Ort:
Chur
Zum Artikel:
«Der Tanz ums Ständemehr» Ausgabe vom 30. November

Kommentieren

Kommentar senden

Toll, Robert Cavegn, Ihr Leserbrief passt wieder mal wie die Faust aufs Auge des Hurrikans. Bloss leider dürfte es Masüger bzw. Somedia so wenig jucken oder beissen wie bisher auch schon:
Denn auch wenn kürzlich ein Kommentator schrieb, er kenne «viele Leute, die die Kommentare von Herr Masüger schrecklich finden und deshalb auch keine SO mehr abonniert haben», so sehe ich doch den absoluten Haken, dass wenn ich über das Geschehen in der Region, in der ich lebe, informiert sein will, die Somedia-Zeitung kaufen MUSS, weil sie ein Monopol hier geniesst, das nun mal, ei der Daus, trotzdem einfach niemand knacken will seit Jahren, obwohl ich längst mitteilte: Im Digital-Zeitalter eine Alternativ-Zeitung auf die Beine zu stellen, sollte doch wesentlich einfacher sein als früher, wo man noch die teure Druckerei samt Vertriebsnetz auf der Strasse unterhalten musste. Dort könnten dann, gemäss meinem Sinn für Journalistische Ausgewogenheit, auch zwei Öko-Visionäre im Vlog Debatte halten, nicht wie seit längerer Zeit in der Somedia ausschliesslich zwei Millionäre.
Masüger sehe ich vornehmlich auf der Seite Goliaths, ich würde mich schämen. Beispiel SO 21.11.2020, wo er gegen die Konzerninitiative schreibt. Dass Masüger austeilt (fast hätte ich geschrieben: auskeilt), ist nicht neu. Zitat aus meinem Leserbrief «Masüger Amen» (7.1.2017), als Masüger die Gegner der GR-Winterolympiade zur Minna machte:
Die Gegner seien «ewige Zauderer und dauernd Verzagte, die niemandem etwas zutrauen ausser ihrem eigenen Misanthropismus».
Der ganze Leserbrief «Masüger Amen» hier lesbar:
https://tourismus-handicap.webnode.com/
Ich bin für Meinungsfreiheit, aber bitte bei gleich langen Spiessen, das heisst, Herr Masüger sollte statt an privilegierter Zeitungsstelle genauso wie jeder Durchschnittsbürger auf der Leserbriefeseite sich bewerben und zittern müssen, ob es denn auch veröffentlicht wird.
Ich finde, dass wir Schweizer für uns höchstselbst eine KVI nötig hätten, uns im eisernen Griff der Mächtigen befinden.
1) Aktuelles Beispiel aus Graubünden: Leserbrief von Anna Hongler aus Klosters Dorf (SO 30.11.2020): «Die Dinge sind nicht so, wie sie scheinen» Ich frage: Müsste sich erst die Republik dahinterklemmen? Mein Input: In der Wochenend-Ausgabe möchte die Kolumne nun «Hongler sagts» heissen.
2) Beispiel aus SALDO (2.12.2020), Seite14/15: «Schweiz trödelt beim Verbot gefährlicher Pestizide. Schweizer Bauern dürfen zwölf hochgefährliche Pestizide versprühen, obwohl diese in der EU längst verboten sind. Das zeigen Saldo-Recherchen. Das zuständige Bundesamt gewährt den Bauern lange Übergangsfristen.»
3) Saldo 15/2020 (23.Sept.): «(…) Dazu kommt: Die Menge ist nicht unbedingt entscheidend: «Es gibt extrem giftige Wirkstoffe wie etwa Pyrethroide. Diese sind in sehr klei¬nen Mengen sehr giftig für die Lebe¬wesen in den Gewässern», sagt Eva Wyss vom WWF. Das bestätigt auch eine Studie des Wasserforschungs¬instituts der ETH aus dem Jahr 2019. 2017 wurden rund 2000 Tonnen Pestizide verkauft, knapp 20 Tonnen waren Pyrethroide. Die ETH-Forscher fanden diese «sehr giftigen» Stoffe in allen sechs untersuchten Bächen.
Behauptung: «Wir Bauern setzen auf den sorgfältigen, massvollen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln»
Fakt ist: Die Gewässer sind voll mit Pestiziden.»
4) Beispiel Beobachter (28.3.2019): «Gefahr aus der Luft: Zwei neue Studien zeigen, dass sich Pestizide teilweise kilometerweit über die Luft verbreiten, viel weiter als bisher angenommen.
Einige Gifte werden vom Wind kilometerweit transportiert, sogar bis auf über 1600 Höhenmeter in Seitentäler. Darunter fanden die Forscher auch ein Insektengift, vom dem es nur eine winzige Menge braucht, um eine Biene zu töten:
https://www.beobachter.ch/umwelt/insekten-das-stille-sterben
Zudem betonen sie, dass sich immer unterschiedliche Pestizide gleichzeitig in der Luft befinden, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen können. Das nennen sie «Cocktail-Effekt», mehrere giftige Stoffe, die kombiniert eine viel toxischere Wirkung auf Honigbienen haben als einzeln.»
Trotzdem findet der Kanton Graubünden (betreffend Val Müstair), Zitat: Hinsichtlich der menschlichen Gesundheit geben die Messungen laut Bericht «keinen Anlass zur Sorge».
https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2020-09-30/die-pestizide-au…

Dass es Zeitungen in der Schweiz gibt, die nachteiliger sein mögen als die Somedia, soll bitte kein Anlass sein, sich gehen zu lassen, kommentiert verschmitzt Donald Duck.
Siehe meine Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2020-11-22/unser-neuer-mora…
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2020-11-24/arrogant-und-anmas…
https://www.suedostschweiz.ch/blogs/masueger-sagts/2020-07-26/weshalb-e…
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2020-11-29/graubuenden-lehnt-beid…

Herr Cavegn, ich bin absolut Ihrer Meinung. Eigentlich wollte ich mich nie mehr an politischen Diskussionen beteiligen. Die vorliegende Problematik hat mich aber nicht in Ruhe gelassen. Zur Sache: Die Kommentare von Herrn Masüger waren früher (als er noch Chefredaktor war) für mich stets sehr weitsichtig und glaubwürdig. Nach meinem Empfinden hat Herr Masüger seither einen Wandel vollzogen. Dies zeigt sich z.B. an seiner Aussage, dass man das Ärgernis „Ständemehr“ aushalten müsse. Immerhin gibt Herr Masüger zu, dass dies ein Ärgernis ist. Mein Demokratieverständnis hört nämlich dort auf, wo eine Minderheit von Stimmberechtigten eklatant übervorteilt werden, wie in der KVI geschehen. Es wird aber äusserst schwierig werden, diesen „alten Zopf“ demokratiegerecht zu gestalten, weil die betreffenden bevölkerungsmässig kleinen Kantone sich dagegen wehren. Man bedenke aber, dass „das Wesen der Schweiz“ auch eine zeitgemässe Anpassung ertragen müsste, immer unter der Voraussetzung der demokratischen Mehrheitsverhältnisse. Irgendwann wird diese Anpassung trotz aller Hindernisse geschehen, das glaube und hoffe ich.