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Leserbrief

Das leidige Thema Luftverschmutzung...

Giacumin Bass,
09. Dezember 2019, 05:14:47

Das Bedrängnis des Dieselmotors. Laut Bundesverwaltungsgericht dürfen in deutschen Städte und neuerdings auch in Italien Fahrverbote für Dieselautos erlassen werden.
Jetzt wird viel über die Abgasnorm geschrieben. Die Wut der Dieselautofahrer ist verständlich, wenn man bedenkt, dass diese Hysterie sich nur auf ein paar Länder bezieht und Millionen andere dagegen nicht! Dass bei denen der Ausstoss von Schadstoffen wie Schwefeldioxid sowie Stickoxide wesentlich höher liegt, nimmt man auch nicht zur Kenntnis.
Was geschieht mit den landwirtschaftlichen Maschinen sowie der Baubranche mit ihren Baumaschinen, wie Bagger, Walze, Kompressoren und LKWs etc.? Und was ist mit den öffentlichen Verkehrsbetrieben; Feuerwehr, Krankenwagen, Polizeifahrzeuge usw.? Es heißt ja, das gelte für alle Dieselfahrzeuge! Auch die Ölheizungen sind betroffen, sollte man die auch stilllegen?

Nachdem ich gelesen habe, dass die 15 grössten Seeschiffe der Welt jährlich mehr Giftstoffe in die Luft jagen (die werden ja bekanntlich mit Schweröl angetrieben) als die über eine Milliarde Autos auf dem Erdball zusammen, da frage ich mich allen Ernstes, was soll das Ganze?

Nun kommt der Clou von der ganzen Geschichte: Täglich werden wir angehalten, uns umweltschonend zu verhalten und vor allem die Luft nicht zu verpesten. Ich selbst habe meinen Wohnsitz in der Val Müstair und kann noch kristallklare Luft atmen. Wie so oft, hatten wir letztes Wochenende ein Oldtimer Rallye, die über die Pässe nach Italien fahren und umgekehrt, natürlich durch die Val Müstair. Die über 30 Oldtimer, die vom Ofenpass herdonnerten und aus allen Rohren Benzin- sowie Diesel-Dünste den Einheimischen und Passanten in die Lungen pusteten, die dürfen das... Wer erlaubt denn diesen Autofanatikern, die vom gesundheitsschädigendem, ungefilterten Autoverkehr schwärmen, die zum Teil enorm stinkende und lärmende Durchfahrt durch die engen Strassen und unsere Alpenregion zu fahren?

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Herr Bass, ich hatte zwar im Sinne für längere Zeit keinen Kommentar zu mehr zu schreiben. Da ich eigentlich die meisten verschiedenen Meinungen akzeptiere ohne viel Schlaf zu verlieren, das darf aber nicht meinen dass man alles glauben muss.
a) Die Wut der Dieselautofahrer, der größte Teil von den unterstützt scheinbar die falsche politische Partei.
Das Problem das man gegenwärtig in Europa hat ist wo fängt man an mit den vorgesehenen Maßnahmen. Nach Ihrem Bericht leiden jetzt Diesel Autofahrer...... sind es bald Bewohner von Wohnungen die nur die Küche und das Wohnzimmer heizen dürfen. Das größte Problem das uns die Zukunft aufwerfen wird, ist nicht der Klimawandel, sonder die Maßnahmen gegen den Klimawandel. Wer wird den Zeitpunkt erkennen, wenn die eingeführten Maßnahmen ihr Ziel erreicht haben. Lesen Sie das Buch von Glenn Beck “Agenda 21”.
b) Das uber die 15 größten Seeschiffe der Welt, ist bestimmt nur FAKE NEWS.

Kreuzfahrten – Traumreisen auf der Dreckschleuder

Von Birger Nicolai
Korrespondent

Gelesen G.Bass:

Kreuzfahrt inmitten der grünen Natur Norwegens. Wie stark die Schiffe die Umwelt belasten, ist vielen nicht bekannt.
Quelle: picture-alliance / Bildagentur H/Bildagentur Huber
Kreuzfahrtschiffe werden mit Schweröl angetrieben. Die Fahrt mit einem Luxusliner belastet die Umwelt so stark wie fünf Millionen Autos.

Die schwarze Masse fühlt sich glitschig an. Dieses Öl ist keine dunkle Flüssigkeit, wie man sie von Bildern aus den Ölförderländern kennt. Das Schweröl, mit dem Kreuzfahrtschiffe und Frachter betankt werden, ist eine zähe Masse.
Damit es überhaupt an Bord gepumpt werden kann, muss es auf mindestens 60 Grad erhitzt werden. Unterwegs auf der Schiffsreise ist das noch komplizierter: Vom sogenannten Setztank als erster Station geht es in den Bunkertank und dann erst kurz vor dem Verbrauch des Schweröls in den Tagestank. Erst dort wird es auf Temperatur gebracht, um in den Schiffsmotor fließen zu können.
Ein Thema für Experten? Seit dem 13. Januar 2012 nicht mehr. Denn seither fürchten die Bewohner der italienischen Insel Giglio, dass aus dem havarierten Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia“ Öl aus den Tanks laufen könnte. Seit sechs Wochen ist die niederländische Spezialfirma Smit damit beschäftigt, Tausende Tonnen Schweröl erst zu erhitzen und dann aus dem Schiffswrack abzupumpen. Keine leichte Aufgabe in dem eiskalten Meerwasser, in dem das Schiff seit fast zwei Monaten liegt.
Dabei könnte alles ganz einfach sein: Wenn Kreuzfahrtschiffe statt des Schweröls mit Marine Diesel fahren würden, könnten Tankvorräte ganz einfach abgesaugt werden. Der Treibstoff ist mit Pkw-Diesel vergleichbar, der Motorenbetrieb wird damit deutlich sauberer.
Der Wechsel der Dieselsorten wird in der Schifffahrt jedoch kommen: Internationale Regeln schreiben dies ab dem Jahr 2020 vor. Dann gelten Emissionswerte, die mit Schweröl kaum zu erreichen sind. Doch das Thema birgt Sprengstoff: Der Umweltausschuss im EU-Parlament will strenge Grenzwerte für Schwefel im Schiffstreibstoff bei Fahrten im Mittelmeer und im Schwarzen Meer schon viel früher festlegen.
Reedereien protestieren dagegen – besonders die Kreuzfahrtreedereien halten wenig davon. Dabei sollten gerade sie etwas tun, damit ihre schwimmenden Hotels nicht weiter als Dreckschleudern der Weltmeere bezeichnet werden. Denn die Vergleiche sind eindeutig: Nach Berechnungen der Umweltschutzorganisation Nabu stößt ein Kreuzfahrtschiff auf einer einzigen Seereise so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Autos auf der vergleichbaren Strecke.
"Die Pläne gehen in einigen Punkten zu weit. Die Europäische Union sollte überlegen, was machbar ist und was die Folgen einer Regulierung sind“, beklagt sich dennoch Richard Vogel, Chef von TUI Cruises. Insbesondere der Arbeitsmarkt müsse berücksichtigt werden. Denn für die Handelsschifffahrt spielt das Mittelmeer keine entscheidende Rolle, für Kreuzfahrtlinien aber schon.
Und während die einen auf langen Strecken zwischen Asien, Europa und den USA unterwegs sind, steuern die "Musikdampfer“ auf kurzen Entfernungen einen Hafen nach dem anderen an. "Das sind viele Tausende Arbeitsplätze. Ganze Regionen haben sich auf Kreuzfahrttourismus eingestellt“, sagt TUI-Manager Vogel und nennt als jüngstes Beispiel Investitionen, die Barcelona in den Hafen gesteckt hat.
Auch ohne Umrüstung auf Diesel-Kraftstoff ließe sich heute schon einiges manchen, um die Umweltbelastung durch Kreuzfahrten zu mindern. Mit Hilfe von Katalysatoren und Abgasreinigung können aus dem Schweröl Schadstoffe wie Schwefel herausgenommen oder zumindest verringert werden. Rußpartikelfilter könnten eingebaut werden.
Bei Schiffsneubauten wird diese Technik bereits eingesetzt. Doch bei älteren Schiffen ist das angeblich kaum möglich. "Die Technik liegt nicht im Regal bereit. Manche Behauptung, dass dies nur noch eingebaut werden müsste, kommt aus dem Bereich der Fabelwesen“, sagt TUI-Manager Vogel.
Noch auf Jahre hinaus sind Schiffe also mit Schweröl unterwegs, einem Abfallprodukt aus den Raffinerien, das auch zur Herstellung von Teer und Asphalt genutzt wird. Beim Verbrennen im Schiffsmotor werden Schwefel, Stickstoff und Kohlendioxid in solchen Mengen freigesetzt, wie sie an Land nie und nimmer erlaubt wären.
Doch für Reedereien wäre der Schiffsbetrieb sonst deutlich teurer: Schweröl kostet derzeit rund 700 Dollar pro Tonne, "sauberes“ Marine Diesel schlägt mit mindestens einem Drittel mehr in die Tankrechnung hinein. Und da die Dimensionen auf einem Schiff nicht so sind wie beim Auftanken des Autos – bis zu 16.000 Tonnen gehen in die Tanks –, ist der Preisunterschied groß.
Das gilt auch für den Verbrauch: An einem einzigen Tag auf dem Meer verbrennt ein mittelgroßes Schiff 200 Tonnen Schweröl. Für das umweltverträglichere Marine Diesel müsste der Reeder pro Tag 60.000 Dollar mehr ausgeben. Im Jahr 2020 soll dennoch Schluss sein mit der Umweltbelastung durch das Verbrennen von Schweröl.
Erstaunlich genug, dass sich alle wichtigen Schifffahrtsnationen in der International Maritime Organisation (IMO) darauf verständigt haben: Heute liegt der Schwefelgehalt im Treibstoff bei bis zu 3,5 Prozent. Schrittweise wird dies auf 0,5 Prozent gesenkt. Auch für Rußpartikel und andere Schadstoffe werden Grenzwerte gesenkt.
Für Küstenregionen vor den USA und Kanada, für die gesamte Ostsee und weite Teile der Nordsee sowie den Ärmelkanal gelten heute schon schärfere Regeln. In einer Zwölf-Seemeilen-Zone vor den Küsten gehen die Grenzen besonders weit nach unten, deshalb ist in den Häfen das Verbrennen von Schweröl praktisch verboten.
Die EU-Umweltbehörde schreibt hier 0,1 Prozent Schwefelgehalt vor. Schiffe müssen also schon heute stets mehrere Treibstoffsorten an Bord haben. Allerdings gäbe es im Moment auch noch gar nicht genug Marine Diesel für alle. Raffinerien stellen lieber Benzin und Diesel für Pkw oder Kerosin für Flugzeuge her, daran verdienen sie mehr.
Hoffnungen liegen nun auf einigen geplanten Riesenanlagen in Indien und China. Sollte die weltweite Schifffahrtsvereinigung IMO bei einer erneuten Überprüfung der Lage im Jahr 2015 feststellen, dass dieser Mangel noch nicht behoben ist, kann es zu einer Verschiebung der neuen Bestimmungen um fünf Jahre kommen.
Wenn die neuen Regeln kommen, werden die Reeder aber auf jeden Fall mitmachen. Denn in der Schifffahrt gibt es drastische Strafen: Sollte ein Schiff weiter mit Schweröl unterwegs sein, kann es von lokalen Behörden im nächsten Hafen festgesetzt werden.
„In den Verträgen der IMO sind spürbare Strafen vorgesehen, die können schnell in fünfstellige Dollar-Höhe gehen“, erklärt Matthias Plötzke. Er ist im Verband Deutscher Reeder für Umweltschutz und Klimapolitik zuständig. Der Experte glaubt deshalb auch nicht, dass sich einige wenige Nationen um die harten Regeln drücken könnten. „Die Abmachungen der IMO sind verbindlich. Das ist in Zement gegossen“, sagt Plötzke.
Die Industrie ist darüber nicht glücklich: „Nach unseren Berechnungen würde eine Woche Kreuzfahrt um 120 bis 150 Euro teurer werden, wenn die Bestimmungen schon ab 2015 gelten“, sagt Kreuzfahrt-Manager Vogel. Gemeint ist der komplette Verzicht auf Schweröl durch EU-Gesetze.
"Unsere Befragungen haben herausgefunden, dass Kunden nicht dazu bereit sind, deutlich mehr für eine grüne Kreuzfahrt auszugeben.“ Das Unternehmen werde dann an anderer Stelle sparen müssen. Denn die schwimmenden Hotels benötigen ständig und viel Energie.
Der Hotelbetrieb muss etwa mit Warmwasser für die Kabinendusche oder Strom für die Wäscherei versorgt werden. Auch die aufwendigen Bühnenshows am Abend sind große Energieverbraucher. Würde ein Kreuzfahrtschiff die Minibar in den Schiffskabinen nicht durch Strom herunterkühlen, könnte dies nach Berechnungen von TUI Cruises die Energierechnung um 800.000 Euro im Jahr entlasten.
Während der Hafenliegezeiten müssen die Schiffe ohnehin ihren Strom mit Marine Diesel erzeugen, denn dort gelten die geringen Emissionswerte. Zudem werden Alternativen erprobt: So sollen bald kleine Lastschiffe die Kreuzfahrtriesen von außen mit Energie versorgen, die dann über Gasmotoren erzeugt wird. Schadstoffmengen sind bei dieser Verbrennung deutlich geringer. Zumindest im Hafen wäre dann die Zeit der qualmenden Schlote vorbei.
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Ja Herr Hans Wattenhofer, betreffend "Fake News?" das gibt einem schon zu Denken...

Danke, Giacumin Bass.
Dass die Autorallyes in GR traditionell so protegiert werden, dürfte am Kanton liegen bzw. dessen Gesundheitstourismus (inklusive Klimapolitik), der in GR seit über fünf Jahren offiziell thematisiert wird, aber immer noch "ohne Inhalte":
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2019-10-19/mit-zwang-und-sank…
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2019-03-18/pontresina-kippt-gesun…
Stattdessen sehe ich nur Strassenbau und Hoch- und Tiefbau, einfach alles, das Land und Ressourcen frisst und im Betrieb gegen die Gesundheit wirkt. Was wir in den Medien vernehmen über Artensterben, Insekten und Vögel, Krankenwesen etc. das sind sicherlich zwei Welten, ja, es dürfte, kann, muss sich wahrscheinlich todsicher um eine Parallelwelt handeln aus einem Märchenbuch, das irgendwo verstaubt, was gehts uns an? Unsere Fehler gesunden? Am St. Nimmerleinstag. Masüger schrieb, der Uhrzeiger bleibe nicht immer auf 5 vor 12 stehen? Stimmt, aber auch das lösen wir auf unsere unnachahmliche Weise, wir lesen bzw. verstehen es nicht mehr; übrigens auch das schrieb Masüger, in Mathe seien wir super, aber den Sinn von Worten, Inhalte kapieren... Oje.

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