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Wenn ein chemischer Prozess ein Feuer entfacht

Vor rund drei Wochen ist bei der Burg Ortenstein in Tomils ein Stall vollständig niedergebrannt. Die Brandursache ist zurzeit noch Sache der Ermittlungen. Der Vorfall ist jedoch keine Seltenheit. Gründe für einen Stallbrand gibt es viele.

Bettina
Cadotsch
Donnerstag, 11. Juli 2019, 04:30 Uhr Gründe für Stallbrände
Brand
Stallbrände sind kein schönes Bild und ereignen sich immer wieder.
ARCHIV

Im Domleschg in Tomils hat es vor wenigen Wochen dicke Rauchwolken gegeben. Ein Stall brannte lichterloh, bis nur noch eine Ruine übrig blieb. Nur eine Woche zuvor sind zwischen Siat und Rueun ebenfalls ein Stall und mehrere landwirtschaftliche Fahrzeuge einem Feuer zum Opfer gefallen. Und im Jahr 2017 kostete ein Brand 2000 Hühnern das Leben, als ihr Stall in Rueun niederbrannte. Das sind nur drei von vielen Beispielen.

Hier eine Übersicht von Grossbränden der vergangenen 20 Jahren:

Es liegt auf der Hand: Heu ist trocken und brennt daher besser als so mancher Anzündwürfel. Doch Ursachen für Brände gibt es haufenweise, weshalb eine Brandursache nicht immer einfach und rasch abgeklärt ist. In einigen Fällen kann beispielsweise auch feuchtes Heu der Grund für ein Feuer sein. «Das Heu gährt und kann sich erwärmen, wodurch dann ein Brand entstehen kann», so Thomas Roffler, Präsident des Bündner Bauernverbands gegenüber «suedostschweiz.ch».

In diesem Fall spricht man auch von einer Heuselbstentzündung, welche im Ernstfall unter fahrlässige Brandstiftung gehandelt werden kann. Weitere Gründe können Blitzeinschläge bei Ställen sein, die weit entfernt von der Zivilisation liegen – oder gar Brandstiftung und defekte Elektroinstallationen. Oft würden aber auch Ställe abbrennen, die nicht mehr genutzt werden, so Roffler.

Früher waren Stallbrände «normaler»

Ältere Generationen können sich wohl noch gut daran erinnern, dass Ställe in Dörfern häufig niederbrannten. Auch Thomas Roffler erinnert sich zurück: «Ich war noch ein Kind, als in Grüsch zwei Ställe abbrannten, die ich selbst gesehen und miterlebt habe». Weshalb diese damals dem Feuer zum Opfer fielen, weiss er nicht mehr. Es seien aber alte Ställe gewesen, in denen keine Tiere mehr gelebt hätten, fügt Roffler an.  

Bessere Ausrüstungen und Schulungen

Obwohl sich auch heute noch Stallbrände ereignen, im Vergleich zu früher habe sich einiges verändert, sagt der Bauernpräsident weiter. Die Elektroinstallationen hätten sich stark verbessert, man überprüfe sie sehr regelmässig und mittlerweile würden viele Ställe über Blitzschutzanlagen verfügen.

Hilfreich sei jedoch auch die Verwendung von sogenannten Heubelüftungen. «Die Lagerung der Endtrocknung ist ein entscheidender Faktor. Besonders in einem Sommer mit feuchten Witterungsverhältnissen», führt Roffler aus. Mit Heubelüftungen könnten Nachgährungen also sehr gut verhindert und ein Risiko einer Erwärmung stark vermindert werden. Auch bei der dreijährigen Ausbildung am Plantahof in Landquart werde die Futterlagerung und Konservierung intensiv thematisiert, um auf Gefahren aufmerksam zu machen, so Roffler. (can)

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