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Hose zu!

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BILD PIXABAY
Christian
Ruch

In «Ruchs Rubrik» beleuchtet Christian Ruch Bedenkliches, Merkwürdiges und Lustiges aus der Region Südostschweiz. Das alles einmal wöchentlich und mit viel Esprit und Humor. Ob Politik, Kultur, Wirtschaft oder Sport – in Ruchs Rubrik hat all das Platz, was sich mit einem Augenzwinkern betrachten lässt.

Kaum ist der Zügelstress vorbei, steht der Lieblingsbündnerin und mir das nächste Abenteuer bevor: das WEF in Davos! Allerdings hadern und zaudern wir noch, für was wir uns anmelden sollen: Einerseits würden wir gern als Greta-Ersatz klimaneutral mit Ihnen nach Klosters wandern, wollen aber nicht so ein lästiges Pappschild mitschleppen. Andererseits möchten wir uns terminlich nicht zu sehr binden, denn falls Ivanka auf dem Weg zum WEF im Outlet Landquart ihre neue Handtaschen-Kollektion präsentieren sollte, wären wir da natürlich auch gern dabei.

Wichtig ist jedenfalls, dass wir Bündner einen guten Eindruck machen. Und das heisst dieses Jahr vor allem: Hose zu! Sie lachen jetzt, aber das ist in Graubünden durchaus ein Thema. Unlängst wurde nämlich der Mitarbeiter einer hiesigen Bergbahn fristlos gefeuert, nachdem er im Pausenraum Filmli angeschaut hatte, in denen sich textilfreie Menschen akrobatisch anmutenden Leibesübungen hingeben. Wahrscheinlich so Fitness-Tutorials. Dass man ihn nur deswegen rausschmeisst, findet der Mitarbeiter daneben, und der «Blick» zitierte ihn mit den Worten: «Meine Hose war immer zu!» Das ist löblich, denn offene Hosen rutschen gern, und wenn sie erst einmal am Knöchel hängen, ist die am Skilift notwendige Bewegungsfreiheit doch stark reduziert, Sie kennen das von WC-Aufenthalten ohne Klopapier. Allerdings ist eine offene Hose immer noch besser als gar keine, schliesslich haben die Leute in den Filmli, die der Mann angeschaut hat, vermutlich auch keine an. Insofern sollte sich besagte Bergbahn grosszügig zeigen, zumal wenn nach dem feucht-fröhlichen Bumsfallera beim Après-Ski nicht nur manche Hemmung fällt, sondern auch die eine oder andere Hose.

Beim WEF gelten natürlich andere Regeln. Da sollte wirklich jede Hose geschlossen sein. Das ist schon deshalb wichtig, weil der reale Donald einem ja gern mal leutselig in den Schritt fasst, und wenn dann die Hose nicht zu ist, hat er vielleicht Körperteile in der Hand, die seine Sicherheitsleute erst einmal einem Hygiene-Check unterziehen müssten. Da wäre es doch schade, wenn wir uns mit mangelnder Reinlichkeit vor diesem hohen Gast blamieren. In diesem Sinne: Welcome, Mr. President!

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