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Enttäuscht

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Christian
Ruch

In «Ruchs Rubrik» beleuchtet Christian Ruch Bedenkliches, Merkwürdiges und Lustiges aus der Region Südostschweiz. Das alles einmal wöchentlich und mit viel Esprit und Humor. Ob Politik, Kultur, Wirtschaft oder Sport – in Ruchs Rubrik hat all das Platz, was sich mit einem Augenzwinkern betrachten lässt.

Eigentlich haben der Herr Masüger, mein Mitkolumnist und ich gedacht, nicht auch noch zwischen Weihnachten und Neujahr für Sie chrampfen zu müssen. Wir hofften nämlich, dass mit der Abschaltung des AKW Mühleberg dieses Land ins Dunkel und einen kollektiven Winterschlaf getaucht und erst wieder so um Ostern ganz allmählich aufwachen und -tauen würde. Doch selbst Heiligabend verhiess nichts Gutes: Lichterglanz und warme Stuben allüberall, nirgends eine auch noch so kleine Stromlücke.

Aber das passt zum hinter uns liegenden Jahr. Ich finde, 2019 war eine einzige Enttäuschung. Und wer hat uns besonders enttäuscht? Natürlich die Politiker. Die meisten könnte man genauso abschalten wie Mühleberg, man würde auch nichts merken. Besonders blamabel 2019: die Performance des realen Donald. Ja, es war ganz okay, wieder den Bombenbastlerbub aus Nordkorea zu treffen. Aber dann hopst man doch mit dem nicht so einfältig über diese Demarkationslinie, sondern verpasst ihm eine gehörige Schwinte und sagt ihm, dass das mit den Atomraketen aufhört, aber sofort! Wenn der Bub dann heult, fährt man mit ihm nach Seoul zu McDonald's, kauft ihm vielleicht noch das Game «Nuclear Thunderstorm» für seine Playstation und gut ist. Korea-Krise ein für allemal beendet. Da muss sich der Donald nicht wundern, dass man ihn daheim loswerden will.

Genauso ein Weichei: HC Strache, ehemaliger Vizekanzler bei den Nachbarn kartografisch rechts von uns. Und auch sonst rechts. Wenn man schon bei Wodka Red Bull gemütlich auf Ibiza mit einer russischen Oligarchin zusammensitzt, verhökert man doch nicht nur ein läppisches Boulevardblatt, sondern gleich das ganze Land! Sie, wie man hört, gefällts den Russen sehr in Sölden, also hätten sie sicher auch Interesse am Rest. Bei der Krim haben sie jedenfalls nicht lange überlegt.

Und in der Schweiz? Auch da nichts als Verzagtheit. Löbliche Ausnahme: Bundesrätin Viola Amherd. Ist in der CVP und gibt zu, an Weihnachten nicht in die Kirche zu gehen. Wow! Aber ich verstehe das gut. Wie soll man denn noch an den lieben Gott glauben, wenn Weihnachten wieder nicht auf einen Samstag fällt, so dass der Herr Masüger und ich endlich einmal frei hätten

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