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Neue Plessurbrücke soll einen Frauennamen tragen

Die neue Brücke über die Plessur beim Welschdörfli in Chur soll den Namen einer historisch wichtigen Frau tragen. Diesen Vorschlag reicht das Frauenstreikkollektiv Graubünden am Montagnachmittag bei der Stadt ein.

Südostschweiz
Sonntag, 30. August 2020, 17:00 Uhr Vorschlag des Frauenstreikkollektivs
Visualisierung Radbrücke Fussgängerbrücke Brücke Plessur Obertor Chur Welschdörfli
Visualisierung der Rad- und Fussgängerbrücke über die Plessur beim Obertor in Chur.
VISUALISIERUNG/PRESSEBILD

Die neue Brücke über die Plessur, die in Chur das Obertor mit dem Welschdörfli verbindet, ist zwar noch in Bau, aber schon klar zu erkennen. Ende Oktober soll sie eingeweiht werden. Bis dahin braucht sie aber einen Namen, denn dieser fehlt offiziell noch.

Auf der Suche nach der passenden Bezeichnung vertraut die Stadt Chur auf die Bevölkerung. Bis Montag sucht sie per Aufruf nach einem «klangvollen und unverkennbaren Namen». Diesem Aufruf folgt nun das Frauenstreikkollektiv Graubünden.

Das Kollektiv schlägt vor, die Brücke nach historisch wichtigen Frauen zu benennen, wie es in einer Mitteilung schreibt. Dies, damit Frauen mehr Platz in der Geschichte und im öffentlichen Raum von Chur erhalten.

Konkret wird das Frauenstreikkollektiv Graubünden dem Churer Stadtrat am Montagnachmittag folgende Namensvorschläge übergeben:

  • Clara-Ragaz-Brücke (oder Clara-Brücke)

Clara Ragaz-Nadig war Frauenrechtlerin und Friedensaktivistin. Sie wurde 1874 in Chur geboren und war Vizepräsidentin der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit. Im «Volkshaus», dem heutigen Hotel «Chur», nahe der neuen Brücke, wurde der Grundstein für ihre Aktivitäten gelegt, wie es in der Mitteilung des Kollektivs heisst. Dort war Ragaz-Nadig als Pfarrfrau zusammen mit ihrem Mann massgeblich beteiligt, ein Bildungshaus für Arbeiterinnen und Arbeiter mit Bibliothek und Aufenthaltsraum für Frauen, Nähkursen für Arbeiterinnen, einer Volksküche, einem alkoholfreien Restaurant und einem Volksbad aufzubauen.

  • Hanni-Bay-Brücke (oder Hanni-Brücke)

Die Malerin Johanna Bay wurde 1885 in Belp geboren. Laut Mitteilung engagierte sie sich für die Arbeiter-und Frauenrechtsbewegung  und führte von 1910 bis 1919 im damaligen «Churer Volkshaus» eine Beratungsstation für mittellose Mütter und ihre Neugeborenen.

  • Anna-Brücke

Dieser Name würde auf gleich zwei starke Frauenpersönlichkeiten zurückgehen. Nach der 1858 in Alexandria geborenen Anna Cecilia von Planta, die Stifterin des Frauenspitals Fontana, und nach der 1841 in Riga geborenen Anna Augusta Caviezel. Caviezel war eine engagierte Frauenrechtlerin und erste Präsidentin des gemeinnützigen Frauenvereins Sektion Chur.

(rac)

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Das Frauenstreikkollektiv in Ehren,
aber das Wolfgangstreikkollektiv findet:
1)
WENN schon eine Frau ehren, dann prospektiv statt retrospektiv – sicherlich im Sinne des Klimastreikkollektivs (und auch touristisch):
Greta-Brücke (Greta-Thunberg-Brücke)
2)
Jedoch, weil der Name der Brücke die Örtlichkeit, Situation, Funktion der Brücke spezifisch widerspiegeln (statt ein Frauenname, den JEDE Brücke tragen könnte) und zudem prägnant (geografisch einprägsam, Gedächtnis) sein sollte, wäre LOGISCH angesichts Untertor und Obertor:
Westtor-Brücke
(Westbogen-Brücke)

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