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Was die Angaben auf dem Wegweiser bedeuten

Eine Studie des Bundesamtes für Unfallverhütung (BfU) hat festgestellt, dass viele Wanderer in den Bergen in Gefahr geraten, weil sie die Signalisation nicht richtig interpretieren können. Grund genug sich die Wegweiser einmal genauer anzuschauen.

Bernhard
Aebersold
Sonntag, 05. Juli 2020, 16:51 Uhr Sicher unterwegs beim Wandern
Jeder Strich und Färbung hat seine Bedeutung. Viele kennen sie nicht und bringen sich damit in Gefahr.
OLIVIA AEBLI.-ITEM

Jedes Jahr kommen in den Schweizer Bergen rund 52 Menschen ums Leben. Auf diese Zahl kommt das Bundesamt für Unfallverhütung (BfU), wenn die Durchschnittszahlen seit 2010 betrachtet werden. Die Zahl der Verletzten liegt mit über 25'000 alleine zwischen 2013 und 2017 deutlich höher.

Gründe für diese hohen Zahlen verortet das BfU gemäss einer neuen Studie bei der Unkenntnis der Wanderer und der Selbstüberschätzung. Fast jeder dritte Befragte wusste nicht, dass die weiss-rot-weisse Markierung des Bergwanderwegs mit dem Schwierigkeitsgrad zu tun hat. Grund genug also sich einen solchen Wegweiser mal etwas genauer anzuschauen.

Alles hat seine Daseinsberechtigung: Doch was bedeuten die Angaben wirklich? QUELLE: ARCHIV / MONTAGE SO

Was auf dem Wegweiser steht:

Nummer 1: Die Wanderziele. Ja, darauf wärt Ihr jetzt wohl auch noch selbst gekommen. Aber habt Ihr gewusst, dass wenn in einer Richtung mehrere Ziele liegen, die nächstgelegenen Ziele zuoberst aufgeführt werden?

Nummer 2:  Die Wanderzeit. Zeitangaben werden nur bei Ausgangs- oder Endpunkten oder bei Zwischenzielen aufgeführt. Bei Wegweisern ohne Zeitangaben handelt es sich um Richtungsweiser, die nur dazu dienen, dass man den richtigen Weg findet. Die Zeiten sind immer ohne Pausen gerechnet.

Nummer 3: Der aktuelle Standort mit der entsprechenden Höhenangabe in Metern über Meer.

Nummer 4: Die Wegkategorie. Es werden drei Kategorien von Wanderwegen unterschieden:

  • Wanderwege (gelb)
  • Bergwanderwege (weiss-rot-weiss)
  • Alpinwanderwege (weiss-blau-weiss)

Diese Kategorie informiert nicht nur über den Zustand der jeweiligen Wege, sondern dienen auch zur Information, welche Fitness und Ausrüstung die Wanderer haben sollten. Gemäss der Wanderwebseite «wandern.ch» verlaufen beispielsweise Bergwanderwege teilweise in unwegsamen Gelände, steil, oder auch exponiert. «Besonders schwierige Passagen sind mit Seilen oder Ketten gesichert», heisst es zu dieser Kategorie weiter.

Nummer 5: Der Trennstrich. Steht im weiteren Verlauf der Wanderung eine Routenverzweigung an, wird dies mit einem Trennstrich signalisiert. Wer von Braunwald aus auf den Urnerboden will, der läuft zunächst den gleichen Weg wie jemand, der ins Linthal will. Später trennen sich aber ihre Wege (siehe Bild oben).

Nummer 6: Symbole. Sie weisen den Weg zu Bahnhöfen, Restaurants, Aussichtspunkten, Grillstellen oder Seilbahnstationen.

Nummer 7: Aufkleber mit Zahlen und Routennamen. Solche Aufkleber finden sich an besonders attraktiven Wanderstrecken. Es kann zwischen lokalen, regionalen und nationalen Routen unterschieden werden.

Etwas gelernt?

Auf der nächsten Wanderung könnt Ihr nun ruhig etwas angeben, wenn ihr wisst, wofür der Trennstrich auf dem Wegweiser steht. Aber auch daran denken: Bei rot-weiss-roten Bergwanderwegen muss mit exponierten Stellen mit Absturzgefahr gerechnet werden. Wer nicht trittsicher, schwindelfrei und fit ist, sollte solche Wege meiden oder sich zumindest im Vornherein gut darüber informieren.

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