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So erkennt Ihr einen Fake-Event

Die aktuelle Event-Situation in Chur sorgt für Verunsicherung, was die Echtheit von künftigen Veranstaltungen betrifft. Es gibt aber einige Punkte, an denen Ihr erkennen könnt, ob ein Event echt ist oder Ihr ihn besser meidet.

Nadine
Hinder
Mittwoch, 08. Januar 2020, 09:16 Uhr Echtheits-Check nach Silvesterparty-Debakel
Die Schlagzeilen zu Fake-Events sammeln sich zurzeit. Hier ein paar Tipps, wie man solche falschen Events erkennen kann.
SUEDOSTSCHWEIZ/UNSPLASH

Nach der kurzfristigen Absage der «Silvester Boom»-Party in Chur und dem etwas suspekten Latin Open Air Festival, das schon Tickets verkauft ohne überhaupt eine Genehmigung der Stadt zu haben, verbreitet sich wohl ein mulmiges Gefühl, wenn es um Events in der Region geht.

Es wäre aber schade, auf all die guten und erlebnisreichen Anlässe zu verzichten, aus Angst, dass sie keine «echten» sein könnten. Deshalb haben wir mit verschiedenen Event-Experten und Veranstaltern gesprochen und hier einige Punkte zusammengetragen, wie man selber von Zuhause aus dubiose Events als solche erkennen kann.

Die Verantwortlichkeit

Bei Veranstaltungen sollte immer die verantwortliche Person oder das verantwortliche Unternehmen bekannt und auch gut ausfindig zu machen sein. Ist beispielsweise auf der Webseite des Events nirgends ein Name, eine Adresse, E-Mail Adresse oder Telefonnummer aufgeführt und eine Kontaktaufnahme lediglich über ein Formular möglich, sollte man skeptisch werden.

Feste und zuverlässige Angaben

Bei einem Event werden alle Verträge mit dem Ort, der Location, der Polizei, etc. gemacht, bevor Werbung geschaltet und Tickets verkauft werden. Wenn ein Event also Tickets verkauft, ohne eine Location bekannt zu geben, hat er vermutlich noch keinen Vertrag mit der Location und ist somit unzuverlässig.

In diesem Fall wird der Event wahrscheinlich kurzfristig wegen irgendwelchen «Problemen mit der Location» abgesagt. Sei diese «kurzfristig geschlossen» worden, wie bei der Silvesterparty einsturzgefährdet oder sonst etwas.

Auffallende Werbung

Ein grosser öffentlicher Event macht viel und auffällige Werbung. Eine Veranstaltung, die mehrere Tausen Besucher erwartet, sollte einem überall in Form von Werbung begegnen. Auf Plakaten, mit gesponserten Beiträgen in den sozialen Medien, mit Inseraten in der Zeitung, Werbespots im Radio und Fernsehen und das gleich schweizweit. Irgendwoher müssen die vielen Besucher ja kommen. Gibt es kaum Werbung für einen Event dieser Grösse, ist er stark anzuzweifeln.

Professionalität der Webseite

Für Personen, die nicht viel mit Webseiten zu tun haben, mag dieser Punkt etwas schwierig zu beurteilen sein. Dennoch sollte man auch die Webseite gut anschauen. Ein Event, der über zehntausend Besucher erwartet, leistet sich eine professionelle Werbeagentur, die eine ebenso professionelle Webseite erstellt.

Ist man nicht sicher, ob die Webseite nun professionell ist oder nicht, kann man sie mit Webseiten von anderen grossen Events, wie beispielsweise vom Open Air Lumnezia, vergleichen.

Das Line-Up

Events, die zu keinem Zeitpunkt auftretende Bands oder DJs kommunizieren, sind als suspekt einzuordnen. Auch wenn beispielsweise etablierte Festivals mit der Bekanntgabe der vollständigen Line-Ups warten, wird auch dort mindestens der eine oder andere Act bereits angesagt. Bleiben Ankündigungen des Programmes praktisch gänzlich aus, ist von einem Ticketkauf eher abzuraten. Niemand will schliesslich die Katze im Sack kaufen.

Sponsoren des Events

Wer sind die Sponsoren des Events? Diese sind immer auf der Webseite aufgeführt. Sollten sie es nicht sein und der Veranstalter ist nicht gerade für sein Vermögen bekannt, ist der Event ziemlich sicher nicht echt. Sind Sponsoren auf der Webseite aufgeführt, sollte man sich die Zeit nehmen und sie gut anschauen:

Sind es grosse bekannte Unternehmen, die auch andere Events sponsern? Oder nur kleine unscheinbare von denen man noch nie gehört hat? Sind die Unternehmen über ihre Logos auf der Event-Webseite verlinkt? Bei professionellen Events sind die Sponsoren immer verlinkt. Sie sponsern ja einen Event, um Werbung für sich zu machen und möchten somit auch, dass man auf ihre Webseite geführt wird.

Weiter kann man auch bei den Sponsoren selber nachschauen, ob man auf ihrer Webseite etwas über den Event findet. Tut man das, sieht es im Normalfall gut aus mit dem Event.

Fake-Events sind Superlativ

Die «grösste» Party in Graubünden, das «erste und grösste» Festival, das «beste» und «aussergewöhnlichste» sowieso. Solche Superlative werden von Fake-Events oft verwendet. Klar gibt es auch echte Events, die wirklich die grössten und aussergewöhnlichsten sind. Trotzdem sollte man in diesem Fall schon mal hellhörig werden.

Neue Events

Besonders bei neuen Events, die noch nie stattgefunden haben, schadet es nicht, sie etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Langjährig bewährte Anlässe sind in der Regel echt. Sollte jemand einen solchen Event kopieren und einen Fake-Event daraus machen, werden die Verantwortlichen des echten Events sofort reagieren.

Augen auf und gesunder Menschenverstand

Im Allgemeinen kann man sagen: immer den gesunden Menschenverstand einschalten. Sagt einem das Bauchgefühl, dass irgendetwas an einem Event komisch ist, geht man dem besser nach und findet heraus, woher dieses Gefühl kommt.

Ausserdem sollte man sich beim Kauf von Tickets nie unter Druck setzen lassen. Ist eine Kategorie schon ausverkauft? Egal. Es gibt noch viele weitere Kategorien und ist es ein Fake-Event ist dieses «ausverkauft» vielleicht sogar nur ein Trick, um die Leute unter Druck zu setzen und Tickets zu verkaufen.

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