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«Es sollen Hemmschwellen abgebaut werden»

In Glarus haben sich Schülerinnen und Schüler aus Glarus und Neuenburg zu einer gemeinsamen Woche getroffen. Der Austauschverantwortliche des Kantons Neuenburg und Deutschlehrer, Stephan Bucher, erzählt, wie es dazu gekommen ist.

Paul
Hösli
Donnerstag, 05. Dezember 2019, 04:30 Uhr Lehrer zum Schulaustausch
SCHWEIZ PISA-BERICHT
SYMBOLBILD/ ARCHIV

Wie ist der Schüleraustausch zwischen Glarus und Neuenburg zustande gekommen? Die Kantonsschule Glarus kam auf uns zu, auch da der Physiklehrer Lukas Feitknecht in Neuenburg studiert hat. Von unserer Seite her bestand von Anfang an ebenfalls Interesse. Dieser Austausch findet zum ersten Mal statt, es ist also für beide Schulen ein Pilotprojekt. Im September haben wir uns ein erstes Mal im Technorama in Winterthur getroffen.

Was ist der Zweck dieses Aus‑ tauschs? Da kommen viele Faktoren zusammen. Wie einen nationalen Zusammenhalt schaffen, es sollen Hemmschwellen abgebaut werden. Was wir letztlich erreichen wollen, ist so aber eigentlich nicht thematisiert. Der sprachliche und kulturelle Austausch, die Leute in Kontakt bringen. Die Schüler sollen lernen, richtig miteinander umzugehen und sich füreinander zu interessieren – und auch offener werden. Den Röstigraben überwinden quasi. Beide Parteien hatten die Gelegenheit, ihre Region zu zeigen. Zudem gibt es Schüler, die eher zurückhaltend sind, sich aber in solchen Projekten öffnen. Wir hoffen, dass die Schüler auch nach dieser Woche den Kontakt beibehalten.

Was sollen die Schüler mit nach Hause nehmen? Teamwork, zusammenzuarbeiten und miteinander zu kommunizieren. Das Projekt soll auch motivieren, weiterhin Sprachen zu lernen. Es ist zudem eine realitätsnahe Situation. Die Schüler müssen Lösungen für Probleme gemeinsam finden und nicht in ihrer Muttersprache miteinander reden. Es ist kein einfacher Vokabeltest, das motiviert, letztlich besser zu kommunizieren. Auch uns Lehrern bringt dieser Austausch sehr viel. Ich kann etwa, wenn es um Recht oder Unrecht geht, auf Anna Göldi zu sprechen kommen. Vom Projekt allgemein verspreche ich mir einiges, was speziell die Nachhaltigkeit betrifft. Zudem ist es immer spannend, neue Leute kennenzulernen und sich austauschen.

Was war für das Lehrerteam die grösste Herausforderung bei diesem Projekt? Es war ein sehr komplexes Projekt, der Aufwand daher gross, da es auch für uns etwas Neues ist. Zudem mussten wir uns über die Benotung Gedanken machen. Wir haben uns letztlich entschieden, das Projekt als solches nicht zu benoten, weil es schlicht zu schwierig war. Dennoch mussten wir die Schüler motivieren. So haben wir uns entschieden, am Ende ein Zertifikat, eine Art Teilnahmebestätigung, abzugeben. Es soll eine Wertschätzung sein. Aber auch die Unterbringung der Schüler war ein Thema. Es gibt immer Leute, die keine Fremden im Haus wollen. Da zahlenmässig ein Ungleichgewicht zwischen den Neuenburgern und den Glarnern bestand, haben Glarner Familien letztlich zwei Schüler aufgenommen. Es war super, wie schnell die Eltern mitgemacht haben. Das ist nicht selbstverständlich, und es war viel Wohlwollen dabei.

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